Appenzell - Verfechter des Alten Glaubens mit starker Hand

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Ein Verteidiger des alten Glaubens war Diepolt Huter aus Kriessern. 1508 wurde der junge Mann mit guten Beziehungen nach Rom und zum Papst persönlich zum Pfarrer von Appenzell ernannt. Aus Zürich und der Stadt St. Gallen wurden Vorwürfe erhoben, er habe für den Papst Söldner angeworben und im Jahr der Schlacht von Bicocca 1522 Bestechungsgelder aus Rom angenommen. Zwingli bezeichnete Huter als "päpstliches Füchslein, das gern frisst wie ein Wolf". An Disputationen Mitte der 1520er-Jahre trat Huter gegen Reformatoren wie Zwingli und Vadian an. Im Appenzellerland war die Reformation allerdings auf dem Vormarsch, weshalb er 1528 nach Montlingen wechselte, wo die Bilderstürmer und Reformatoren ab 1531 schonungslos verfolgt wurden. Dieses gerichtliche Vorgehen gegen die Befürworter der Reformation trägt klar Huters Handschrift. 1534 kehrte er nach Appenzell zurück, wo er bis zu seinem Tod 1546 wieder als altgläubiger Pfarrer amtete. Denn Appenzell trat nach dem Zweiten Kappelerkrieg wieder zum alten Glauben über. (hrt)

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