Anzeichen für eine Fortsetzung verdichten sich

ST. GALLEN. Die Lage ober- und unterhalb der Erde hat sich seit dem St. Galler Geothermie-Beben vor gut vier Wochen wieder beruhigt. Heute nun will der Stadtrat nach erfolgter Ursachen- und Risikoanalyse festlegen, ob das Projekt fortgeführt, abgebrochen oder lediglich unterbrochen wird.

Andreas Nagel
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ST. GALLEN. Die Lage ober- und unterhalb der Erde hat sich seit dem St. Galler Geothermie-Beben vor gut vier Wochen wieder beruhigt. Heute nun will der Stadtrat nach erfolgter Ursachen- und Risikoanalyse festlegen, ob das Projekt fortgeführt, abgebrochen oder lediglich unterbrochen wird.

Stimmen, die eine Einstellung der Bohrungen fordern, sind rar geblieben. Was zweifellos auch damit zu tun hat, dass keine weiteren spürbaren Beben mehr zu verzeichnen waren. Die unmittelbare und breite Information der Bevölkerung trug zusätzlich dazu bei, dass viele am 160-Millionen-Vorhaben festhalten wollen. Der St. Galler Stadtrat wird in zahlreichen Stellungnahmen ausdrücklich dazu ermutigt, das Projekt zu vollenden, zumal heisses Wasser ja gefunden worden sei. Ob genügend davon vorhanden ist, darüber sollen jetzt weitere Bohrungen Aufschluss geben.

Das mögen Indizien für eine Fortführung des Projekts sein, bestätigt wurden sie in den vergangenen Tagen nicht. Der Stadtrat entscheidet formell erst heute Dienstagvormittag, wie es mit dem Geothermieprojekt weitergehen soll. Anschliessend werden Kantonsregierungen, Gemeindepräsidenten und Stadtpolitiker informiert. Um 13.30 Uhr findet zudem eine Medienkonferenz im Beisein des Direktors des Schweizerischen Erdbebendienstes statt.

Das Beben vom frühen Samstagmorgen des 20. Juli hatte eine Stärke von 3,5 auf der Richter-Skala. Es war in der Region St. Gallen weitherum spürbar. Rasch wurden als Auslöser die Bohrungen im Sittertobel ausgemacht. Seither standen die Arbeiten still und das Projekt auf Messers Schneide. Es war mit Blick auf die gescheiterten Geothermie-Anläufe in Basel und Zürich vereinzelt gar die Rede vom «Ende der Geothermie» in der Schweiz.