Anwalt-AG geht vor Bundesgericht

ST. GALLEN. Die Aufsichtsbehörden des Kantons St. Gallen – zunächst die Anwaltskammer, dann in zweiter Instanz das Kantonsgericht – lassen die Organisation einer Anwaltskanzlei in Form einer Aktiengesellschaft nicht zu.

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ST. GALLEN. Die Aufsichtsbehörden des Kantons St. Gallen – zunächst die Anwaltskammer, dann in zweiter Instanz das Kantonsgericht – lassen die Organisation einer Anwaltskanzlei in Form einer Aktiengesellschaft nicht zu. Anders als in 14 anderen Kantonen sei ein entsprechender Antrag der in St. Gallen, Zürich, Bern, Basel und Zug tätigen Kanzlei Bratschi Wiederkehr & Buob abschlägig beantwortet worden.

Die betroffene Kanzlei, die sich damit nicht als AG organisieren kann, geht nun vor Bundesgericht, wie sie in einem Communiqué wissen lässt.

Wirtschaftlich eingeschränkt

«Dass den St. Galler Anwältinnen und Anwälten, die in Form einer Aktiengesellschaft organisiert sind, der Eintrag im Anwaltsregister des Kantons St. Gallen verweigert wird, stellt eine unzulässige Einschränkung unserer wirtschaftlichen Tätigkeit dar», begründen die Partner von BWB den Gang vor Bundesgericht.

Wie bei Arztpraxen

Im weiteren argumentieren sie: «Die Zeiten haben sich geändert. Heute organisieren sich Arztpraxen, Architekturbüros, Treuhandgesellschaften und Rechtsanwaltskanzleien mit einer gewissen Grösse zweckmässigerweise in Form einer AG oder GmbH.»

Es sei «nicht nachvollziehbar, wieso diese Organisationsform einzig der Anwaltschaft im Kanton St. Gallen nicht offenstehen soll». (red.)