Ansturm auf Kita-Plätze

Von 15 auf 74 Kinder in zwei Jahren, die Kita Zwerglihuus in Thal findet grossen Anklang. Die diesbezügliche Kooperation von Thal und Rheineck bringt viel organisatorische Arbeit mit sich.

Alessia Pagani
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Die Plätze am Mittagstisch der Kita sind belegt. Insgesamt 74 Kinder werden im Zwerglihuus in Thal betreut. (Bild: Alessia Pagani)

Die Plätze am Mittagstisch der Kita sind belegt. Insgesamt 74 Kinder werden im Zwerglihuus in Thal betreut. (Bild: Alessia Pagani)

THAL. Das Zwerglihuus in Thal ist zurzeit sehr gut besucht. Über die Woche verteilt, besuchen nicht weniger als 73 Kinder die Kindertagesstätte (Kita). Im Mehrfamilienhaus Kruft 9 sind drei Wohnungen durch die Kita belegt. Drei Gruppen à je zwölf Kinder werden täglich betreut. Zuständig dafür sind neun Erzieherinnen. Je nach Wunsch der Tage müssen Anfragen für einen Kita-Platz abgelehnt werden. Wer sich in der Warteliste für Babies einträgt, muss teilweise ein Jahr auf einen Platz warten. «Es kommt mehr und mehr, dass Mütter nicht mehr nur noch Mamis sind. Sie haben sich ein gewisses Ansehen im Beruf erarbeitet und wollen dieses nicht mehr einfach so aufs Spiel setzen», sagt Marina Rageth. Die 29-Jährige ist seit der Eröffnung der Kita im August vor zwei Jahren deren Leiterin. Zuvor bestand in Thal nur ein privates Angebot, das den kantonalen Anforderungen nicht mehr gerecht werden konnte. Der Tageshort wurde aufgelöst und in die neue Kita integriert. Diese ist eine Kooperation der Gemeinden Thal und Rheineck.

Nur noch Einheimische

Bereits ein halbes Jahr nach Eröffnung sei die Zahl der angemeldeten Kinder von 15 auf 35 angestiegen, erinnert sich Rageth. Wegen der guten Auslastung werden im Zwerglihuus seit vergangenem Sommer nur noch Kinder aus den Gemeinden Thal und Rheineck aufgenommen. Eine Rundum-Betreuung wird im Zwerglihuus indes nicht angeboten. «Wir ersetzen die Eltern nicht, wir ergänzen sie lediglich», sagt Rageth. Die Kinder besuchen die Kita mehrere Halbtage oder ganze Tage, nicht aber fünf volle Tage. Im Sommer 2015 stellte ein starker Schüler-Jahrgang die Verantwortlichen vor eine neue Herausforderung: Was machen mit Kindern, die zwar im Kindergartenalter oder gar schulpflichtig sind, die aber nach dem Unterricht keine Bezugsperson haben? Marina Rageth spricht von zwölf Kindern aus Thal und Rheineck. Die Lösung war die Bildung einer Gruppe für die älteren Kinder. In der Hortgruppe, die nur nachmittags angeboten wird, sind 20 Kinder eingeschrieben. Im vergangenen Sommer waren es noch zwölf. «Die Gruppe wächst immer schneller, auch weil die Kleinen nachrücken», sagt Rageth. Für sie ist die Hortgruppe eine neue Erfahrung. Die Bedürfnisse seien anders, zudem würden diese Kinder vermehrt selbständig arbeiten wollen.

Transport als Knacknuss

Die Kooperation der beiden Gemeinden bringt für die Betreiber organisatorische Knacknüsse mit sich. So zum Beispiel der Transport der älteren Kinder. «Thal ist gross, zudem müssen die Kinder aus Rheineck anreisen», sagt Rageth. Im ersten Jahr kümmerte sich die Kita um den Transport. Dadurch seien immer drei Betreuerinnen gleichzeitig abwesend gewesen. Viel Zeit wurde für das Abholen und Bringen der Kinder aufgewendet. Seit 2015 übernehmen Zivildienstleistende des benachbarten Pflegeheims diese Aufgabe. Kinder aus Buchen bei Staad hingegen werden aufgrund einer Kooperation mit der Schule von Gross Carreisen nach Thal chauffiert.

Mit den Gemeinden pflegt die Kita-Leiterin einen regen Austausch. Ihre Ansichten seien zwar nicht immer deckungsgleich, sagt Rageth. Dennoch ist sie von der jetzigen Situation begeistert. «Die Zusammenarbeit läuft wunderbar. Wir erhalten Unterstützung von allen Seiten und fühlen uns wohl.»