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ANSCHLUSS WITEN: Kanton macht Nägel mit Köpfen

Das kantonale Tiefbauamt hat die Pläne für den Zubringer der Region Rorschach an die A1 konkretisiert. Der Bundesrat und das Parlament müssen nun über die Finanzierung entscheiden.
Fritz Bichsel
Wo heute die Hohrainstrasse über die Autobahn führt, soll der Anschluss Witen entstehen. (Bild: Tino Dietsche)

Wo heute die Hohrainstrasse über die Autobahn führt, soll der Anschluss Witen entstehen. (Bild: Tino Dietsche)

Fritz Bichsel

redaktionot@tagblatt.ch

Die Bundesbeiträge sind budgetiert. Und die Linienführung samt zwei Tunnels wird verbindlich. Das bildet die Grundlage für weitere Schritte zu einer Kantonsstrasse ab dem See in Rorschach zur Sulzstrasse in Goldach (Verbindung mit Rorschacherberg) und einen Zubringer durch den Hohrain zu einem Autobahnanschluss Witen in Goldach. Beim Bund hat dieses Grossprojekt nun oberste Priorität: Es steht in der A-Liste für Massnahmen zur Förderung von Agglomerationen in der Periode 2019 bis 2022.

Bundesbeiträge an einen direkten Zugang zur Autobahn aus der Region Rorschach waren bereits beantragt für die jetzt ablaufende vierjährige Periode bis 2018. Der Bund wendete damals aber ein, das Projekt sei noch nicht reif genug. Inzwischen hat das kantonale Tiefbauamt konkret projektiert: im unteren und mittleren Teil zusammen mit den Gemeinden eine Kantonsstrasse bereits ab der Thurgauerstrasse und mit einem Tunnel unter der Bahnlinie hindurch bis zur Industrie in Goldach sowie oberirdisch bis zur Sulzstrasse, im oberen Teil eine Nationalstrasse bis zum Anschluss.

Der Ball liegt beim Bund

Nun beantragt der Bundesrat beim Parlament, das Vorhaben so ins Aggloprogramm 2019-2022 aufzunehmen und einen Bundesbeitrag von 35 Prozent zu bezahlen. Das Projekt ist so weit, dass es dieses Jahr dem Bundesrat zur Genehmigung eingereicht und dann öffentlich aufgelegt werden kann. Dieses Vorhaben ist verbunden mit Projekten für flankierende Massnahmen im Verkehrsnetz der Region. Der Bundesrat beantragt, auch diese ins nächste Aggloprogramm aufzunehmen und ebenfalls 35 Prozent der Kosten durch den Bund zu bezahlen. Das Programm für die ganze Agglomeration erarbeitete die Region St. Gallen-Bodensee. Sie beantragte beim Bundesrat Beiträge an den Autobahnzugang, der etwa 75 Millionen Franken kostet sowie an die flankierenden Massnahmen für etwa 10 Millionen. Mit der Aufnahme ins Aggloprogramm sichert der Bund rund 30 Millionen Franken zu.

Die weiteren Kosten muss zum grossen Teil der Kanton decken. Darüber entscheidet der Kantonsrat und möglicherweise das Stimmvolk. Die betroffenen Gemeinden und ihre Bürger können vorher Stellung nehmen.

Parallel zu diesen Schritten läuft beim Bund die Projektierung des eigentlichen Autobahnanschlusses Witen, den er ganz finanzieren würde. Dafür sind 25 Millionen Franken budgetiert. Das Bundesamt für Strassen (Astra) hat diesen Anschluss ins Programm für kurzfristige Massnahmen an Autobahnen genommen – für den Bau in den kommenden Jahren.

Das auffälligste Projekt, aber nicht das grösste

Der Autobahnzugang vom See her ist im Programm für die Agglomeration St. Gallen-Bodensee das auffälligste Vorhaben. Das grösste auf der Liste mit oberster Priorität sind jedoch Verbesserungen an Fuss- und Velowegen in der ganzen Agglomeration für 140 Millionen Franken.

Die Bundesbeiträge an Projekte in Agglomerationen unterstellt der Bundesrat einer Vernehmlassung bis Ende April. Beim Kanton haben Änderungen am Richtplan diese Phase bereits hinter sich. Für einen Autobahnzugang aus unserer Region nahm die Regierung die geänderte und verlängerte Linienführung auf. Gemäss Antrag des Stadtrates Rorschach kamen so auch ein Tunnel unter der Bahnlinie hindurch und die Verlängerung der neuen Kantonsstrasse bis an den See in den Richtplan. Dieser ist für die Regierung und die Verwaltung verbindlich und wird rechtskräftig, wenn auch der Bundesrat zustimmt.

Keinen Erfolg hatte der Stadtrat mit dem weiteren Antrag, im Richtplan auch die geänderte Linie für eine unterirische Umfahrung des Stadtkerns von Rorschach festzulegen. Der Bund stellte diese Idee zurück, weil aus seiner Sicht mit hohen Kosten zu wenig Nutzen erzielt würde. Die Kantonsregierung nimmt die neue Linie vorerst nicht in den Richtplan, weil noch keine «konsolidierte Planung» vorliege.

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