ANSCHLAG IN LONDON: "Wir blieben relativ gelassen"

Der 29-jährige St.Galler Marc Paulsen lebt und arbeitet in London. Vom Terroranschlag am Mittwoch hat er aus den Medien erfahren. Er sagt, die Londoner seien auf solche Ereignisse eingestellt.

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Die Flaggen, hier auf dem Obersten Gerichtshof in Westminster, wehen auf Halbmast. Auf den Alltag der Londoner hat der Anschlag wenig Auswirkungen. (Bild: KIRSTY WIGGLESWORTH (AP))

Die Flaggen, hier auf dem Obersten Gerichtshof in Westminster, wehen auf Halbmast. Auf den Alltag der Londoner hat der Anschlag wenig Auswirkungen. (Bild: KIRSTY WIGGLESWORTH (AP))

Wie haben Sie vom Terroranschlag erfahren?
Bei der Arbeit erhielten meine Mitarbeiter Push-Nachrichten auf ihr Handy. Wir haben das Geschehen dann auf News-Portalen verfolgt. In unserem Team sind nur rund die Hälfte der Angestellten Engländer. Wir alle blieben relativ gelassen.

Wie hat sich das gezeigt?
Es scheint, als seien sich die Londoner bewusst, dass so etwas immer passieren kann. Und hier handelte es sich ja offenbar glücklicherweise um ein relativ kleines Ereignis eines Einzeltäters. Die Ehefrau eines Mitarbeiters arbeitet im Regierungsviertel und durfte das Gebäude nicht verlassen. Doch selbst ihr Mann wurde nicht nervös. Ich arbeite in East London, der Anschlag ereignete sich in Westminster. Das ist vergleichbar, wie wenn man in Winterthur wohnt und in Zürich etwas passiert. Hätte sich der Anschlag in einer anderen Gegend ereignet, wäre das Medieninteresse wohl auch kleiner gewesen.

APTOPIX BRITAIN ATTACK (Bild: Keystone)
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BRITAIN ATTACK (Bild: Keystone)
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Aftermath of terror attack outside parliament in London (Bild: Keystone)
Aftermath of terror attack outside parliament in London (Bild: Keystone)
Trafalgar Square vigil (Bild: Keystone)
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Paying tribute to the victims of London attack in Prague (Bild: Keystone)
Aftermath of terror attack outside parliament in London. (Bild: Keystone)
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CORRECTION BRITAIN PARLIAMENT INCIDENT (Bild: Keystone)
epa05866586 Londoners dislplay a banner during a vigil in Trafalgar Square in London, Britain, 23 March 2017. Thousands of Londoners gather in Trafalgar Square to remember the people killed in the London terror attack on 22 March 2017. Scotland Yard in Britain said on 23 March 2017 that police have made seven arrests in raids carried out over night after the terror attack in the Westminster Palace grounds and on Westminster Bridge on 22 March 2017 leaving at least four people dead, including the attacker, and 29 people injured. EPA/FACUNDO ARRIZABALAGA (Bild: Keystone)
Aftermath of terror attack outside parliament in London (Bild: Keystone)
Firearms incident in the Westminister palace grounds and on Westminster Bridge (Bild: Keystone)
Firearms incident in the Westminister palace grounds and on Westminster Bridge (Bild: Keystone)
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Firearms incident in the Westminister palace grounds and on Westminster Bridge (Bild: Keystone)
Firearms incident in the Westminister palace grounds and on Westminster Bridge (Bild: Keystone)
BRITAIN PARLIAMENT INCIDENT (Bild: Keystone)
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Firearms incident in the Westminister palace grounds and on Westminster Bridge (Bild: Keystone)
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Firearms incident in the Westminister palace grounds and on Westminster Bridge (Bild: Keystone)
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Firearms incident in the Westminister palace grounds and on Westminster Bridge (Bild: Keystone)
Firearms incident in the Westminister palace grounds and on Westminster Bridge (Bild: Keystone)
Firearms incident in the Westminster palace grounds and on Westminster Bridge (Bild: Keystone)
BRITAIN PARLIAMENT INCIDENT (Bild: Keystone)
Firearms incident in the Westminister palace grounds and on Westminster Bridge (Bild: Keystone)
BRITAIN PARLIAMENT INCIDENT (Bild: Keystone)
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APTOPIX BRITAIN ATTACK (Bild: Keystone)



Hatte der Anschlag direkte Auswirkungen auf Ihren Alltag?
Unser Chef sagte uns, wir sollten früher nach Hause gehen, um dem zu erwartenden Verkehrschaos zu entgehen. Zu Hause verfolgte ich die Nachrichten eine Weile lang. In meinem Umfeld fanden wir die Berichterstattung, vor allem der berüchtigten britischen Boulevardmedien, ziemlich übertrieben. Eigentlich ist ja noch nicht viel Konkretes bekannt. Heute gehe ich normal zur Arbeit. Die Routine wird schnell wieder einkehren.

Glauben Sie, der Anschlag wird längerfristige Auswirkungen haben?
Ich befürchte, bald werden die ersten Politiker versuchen, Profit daraus zu ziehen. Aber London hat fast zehn Millionen Einwohner. Da kann es immer einzelne Verwirrte geben. (jw)