Angriff nach Club-Besuch in Buchs: Schläger vor Gericht

ST.GALLEN. Mit Fausthieben und Fusstritten haben mehrere Männer im Februar 2011 vor einem Club in Buchs einen Besucher bewusstlos geschlagen und schwer verletzt. Vier mutmassliche Täter standen am Montag in St.Gallen vor Kantonsgericht.

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Die Täter schlugen noch auf das Opfer ein, als es schon bewusstlos am Boden lag. (Bild: Stefan Schaufelberger/Symbolbild)

Die Täter schlugen noch auf das Opfer ein, als es schon bewusstlos am Boden lag. (Bild: Stefan Schaufelberger/Symbolbild)

Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen versuchte vorsätzliche Tötung vor und fordert Freiheitsstrafen von viereinhalb, sechs, sieben und acht Jahren. Die Beschuldigten zeigten sich in der Berufungsverhandlung teilweise geständig, teilweise stritten sie ihre Beteiligung an der Tat ab. Zum Teil widersprachen sich die vier Männer krass.

Die Tat geschah während der Fasnacht Ende Februar 2011: Etwa um 4.30 Uhr in der Nacht kam es unter − mehrheitlich betrunkenen − Clubbesuchern zu Provokationen und einer Schlägerei. Ein Mann wurde schwer verletzt: Mit gebrochenem Nasenbein, ausgeschlagenen Zähnen und einer irreparablen Augenverletzung wurde er ins Spital gebracht.

Auf bewusstloses Opfer eingeschlagen
Die Täter sollen das Opfer mit Fäusten, Knien und Füssen brutal traktiert haben. Auch als der Mann bewusstlos und mit blutendem Kopf am Boden lag und seine Freundin schrie «Sie bringen ihn noch um!», versetzten ihm die Angreifer weitere Fusstritte.

Das Kreisgericht Werdenberg-Sarganserland verurteilte Anfang 2014 und Anfang 2015 in mehreren Verfahren vier mutmassliche Täter: Einen heute 34-jährigen Kosovaren, einen 25-jährigen Serben und einen 23-jährigen Italiener sprach es der versuchten vorsätzlichen Tötung und weiterer Tatbestände schuldig.

Sie erhielten Freiheitsstrafen von acht, sechs und viereinhalb Jahren. Einen 28-jährigen Serben, der als Security-Mann ohne Bewilligung im Club arbeitete, verurteilte das Kreisgericht zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 18 Monaten. Alle vier Verurteilten zogen den Fall ans Kantonsgericht weiter.

Staatsanwältin fordert höhere Strafen
Ihre Verteidiger forderten Freisprüche vom Vorwurf der versuchten vorsätzlichen Tötung und deutlich mildere Strafen. Die Staatsanwältin verlangte in ihrer Anschlussberufung härtere Strafen für drei Beschuldigte. Auch der Security-Mann sei wegen versuchter vorsätzlicher Tötung zu verurteilen.

Dieser gab in der Befragung vor Kantonsgericht zu, das Opfer geschlagen zu haben. «Das war ein riesiger Fehler», sagte er − auch wenn ihn das Opfer als «Scheiss-Jugo» und «Nuttensohn» beschimpft und provoziert habe. Danach habe er den Mann vor die Tür gestellt und sei zurück in den Club gegangen.
Als er später die Schlägerei vor dem Club bemerkte, habe das Opfer bereits am Boden gelegen. In diesem Moment habe er den Mann schützen wollen. Zwei der Mitbeschuldigten sagten allerdings aus, auch der Security-Mann habe auf das Opfer eingeschlagen. «Einer von ihnen lügt», stellte der Gerichtspräsident fest.

«Alle schauten zu und filmten»
Widersprüchlich waren auch die Aussagen über die Tatbeteiligung des Italieners. Er sei besoffen gewesen und habe dem Opfer helfen wollen. Alle anderen hätten nur zugeschaut und mit ihren Handys gefilmt. Er selber habe das Opfer nicht geschlagen, beteuerte der Italiener. Sein Verteidiger forderte eine bedingte Strafe.

Der Kosovare, den das Kreisgericht zu acht Jahren Freiheitsstrafe verurteilt hatte, zeigte sich vor Kantonsgericht teilweise geständig. «Ich stehe dazu, was ich gemacht habe. Es war blöd», sagte er. Er habe «nicht gedacht, dass es so schlimm war».

Die Verteidigerin beantragte eine Freiheitsstrafe von maximal zwei bis zweieinhalb Jahren. Das Kreisgericht habe − im Zusatz zu einem Urteil von 2011 wegen bandenmässigen Diebstahls − mit der Freiheitsstrafe von acht Jahren eine viel zu hohe Zusatzstrafe ausgesprochen.

Das Urteil des Kantonsgerichts steht noch aus. Es wird voraussichtlich am Donnerstag verkündet. (sda)