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ANGEKOMMEN: Zuhören als Basis

Stadträtin Maria Pappa ist seit 100 Tagen im Amt. Auf die neue Aufgabe war sie gut vorbereitet. Und die Sozialpädagogin erkennt durchaus Parallelen zu ihrer ehemaligen Stelle als Leiterin einer Tagesbetreuung.
David Gadze
Seit 1. Januar amtet Maria Pappa als neue Baudirektorin. Die 46-Jährige sieht ihre wichtigste Aufgabe darin, den Anliegen der Bevölkerung Gehör zu schenken. (Bild: Michel Canonica)

Seit 1. Januar amtet Maria Pappa als neue Baudirektorin. Die 46-Jährige sieht ihre wichtigste Aufgabe darin, den Anliegen der Bevölkerung Gehör zu schenken. (Bild: Michel Canonica)

David Gadze

david.gadze@tagblatt.ch

Streng genommen sollte Maria Pappa gar nicht Stadträtin sein. Hätte die FDP im vergangenen Sommer nicht einen Sprengkandidaten nominiert, wäre die SP ebenfalls nicht zur Kampfwahl angetreten. So aber setzte sich Maria Pappa im zweiten Wahlgang gegen die bisherige Stadt­rätin Patrizia Adam durch und eroberte für die SP auf Kosten der CVP den zweiten Sitz im Stadtrat. Seit 100 Tagen bekleidet sie nun ihr neues Amt als Baudirektorin. Und die 46-jährige Sozialdemokratin scheint angekommen zu sein, auch wenn sich ihre Freizeit seit dem Amtsantritt 1. Januar auf ein paar Stunden an den Wochenenden reduziert hat. Und selbst dann ruft sie ­immer wieder Mails auf dem Smartphone ab.

«Ich habe mir das Amt intensiv vorgestellt. Aber ich habe nicht gedacht, dass der Tages­ablauf so getaktet ist», erzählt Maria Pappa. Eine Sitzung folge auf die nächste. Der Job sei aber «genauso lebendig» wie ihre ­Arbeit als Leiterin einer Tages­betreuung. Sie habe mit unterschiedlichsten Personen und den verschiedensten Themen zu tun. «Diese Abwechslung gefällt mir.» Fürs Aktenstudium bleibe ihr im Büro kaum Zeit. «Das muss ich abends oder am Wochenende erledigen.»

Parallelen zum alten Beruf

Sie sei gut vorbereitet gewesen auf die neue Aufgabe als Stadt­rätin, sagt Pappa. Den allerersten Schritt in der Vorbereitung auf die neue Rolle habe sie noch vor der Nomination durch die SP gemacht. «Nachdem mich die Partei angefragt hatte, ob ich bereit wäre, zu kandidieren, habe ich mich sehr intensiv mit der Frage beschäftigt, welche Nachteile diese Aufgabe mit sich bringt.» Auf ihrer Liste standen Punkte wie wenig Freizeit, die Exponiertheit in der Öffentlichkeit oder dass jeder Schritt kritisch beäugt wird. Und die Aufgabe ihrer damaligen Stelle. «Ich hatte meinen Beruf als Sozialpädagogin sehr bewusst gewählt. Denn mir liegt die Entwicklung des Menschen am Herzen.» Sie habe jedoch schon bald gemerkt, dass es durchaus Parallelen zum Job als Stadträtin gebe, einfach auf einer höheren Ebene. Auch da gehe es dar­um, gute Voraussetzungen für ein Zusammenleben zu schaffen und dabei die Entwicklung des Einzelnen zu beachten. «Und ich habe die einmalige Chance, die Stadt mitzuentwickeln.»

Maria Pappa tauschte sich auch mit ehemaligen Stadträten aus, darunter ihrer Parteikollegin und Vorvorgängerin an der Spitze der Baudirektion, Elisabeth Beéry. Aber auch mit Personen, welche die Wahl nicht geschafft hatten. «Das Risiko war schliesslich gross, dass ich nicht gewählt werde. Ich wollte Klarheit dar­über haben, was das für mich bedeuten würde.»

«Die eine oder andere Weiche anders stellen»

Der Rollenwechsel von der Parlamentarierin, welche sich für die Meinung ihrer Partei einsetzt, zur Stadträtin, welche die Meinung eines Gremiums vertreten muss, sei ihr nicht schwergefallen, sagt Pappa. «Ich war bereits vorher in einer Führungsposition und musste Entscheide treffen und vertreten, bei denen nicht einzelne, sondern ganzheitliche Interessen im Zentrum standen.»

Doch wo will Maria Pappa, die für viele überraschend die Direktion Bau und Planung übernommen hatte, nun Schwerpunkte setzen? Schulen und Kindergärten seien ihr wichtig, sagt sie. Aber auch in der Stadtentwicklung, wo Grossprojekte wie die Gebiete Hauptbahnhof Nord, Bahnhof St. Fiden oder der Marktplatz bereits aufgegleist sind, will sie die Möglichkeit nutzen, «die eine oder andere Weiche anders zu stellen».

Gerade beim Marktplatz, den weder Elisabeth Beéry noch Patrizia Adam durchgebracht haben, ist sie zuversichtlich, dass es im dritten Anlauf nun klappt mit der Neugestaltung. Das partizipative Verfahren biete die Basis dazu. Und genau darin sieht Maria Pappa ihre wichtigste Aufgabe als Stadträtin: Eine Offenheit zeigen und sich den Wünschen der Betroffenen nicht zu verschliessen. «Partizipation besteht nicht aus Foren. Es ist eine Haltung, die sich darin zeigt, ob man bereit ist, zuzuhören.»

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