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ANDWIL: Sonden warnen vor Gülle im Trinkwasser

Der Dorfbach wurde im letzten Jahr gleich vier Mal verschmutzt. Nun will die Wasserversorgung Andwil-Arnegg das Trinkwasser besser schützen.
Adrian Lemmenmeier
Zwei bis vier Stunden dauert es, bis Schmutzwasser aus dem Andwiler Dorfbach ins Grundwasser sickert. (Bild: Ralph Ribi)

Zwei bis vier Stunden dauert es, bis Schmutzwasser aus dem Andwiler Dorfbach ins Grundwasser sickert. (Bild: Ralph Ribi)

Der Andwiler Dorfbach sorgte im letzten Jahr mehrfach für Schlagzeilen: Zwei Mal war er mit Gülle verunreinigt worden, einmal war er wegen ausgelaufener Milch leicht blau, später wegen entwichener Farbe giftgrün gefärbt. «Das waren unglückliche Zufälle», sagt Martin Zeller Präsident der Wasserversorgung Andwil-Arnegg. Dass es zu Wasserverschmutzung komme, lasse sich genauso wenig verhindern wie Verkehrsunfälle. Man könne aber Massnahmen treffen, um zu verhindern, dass verschmutztes Wasser ins Trinkwasser gelange.

Trübungssonden und Markierungspfähle

Solche Massnahmen hat die Bürgerversammlung der Wasserversorgung Andwil-Arnegg vergangenen Freitag gutgeheissen (siehe Zweittext). Zum einen wird das Leitsystem, das sämtliche Pumpen steuert, erneuert. Dabei werden zusätzliche Trübungssonden in die Wasserfassungen eingebaut. Erkennen die Sonden eine Verfärbung des Wassers, werden die Grundwasserpumpen automatisch abgeschaltet. Für dieses neue System hat die Bürgerversammlung einstimmig einen Kredit von 140 000 Franken bewilligt.

Zum anderen wurden die Wasserschutzzonen bereits vor zwei Wochen mit blauen Markierungspfählen gekennzeichnet. «Nun ist nicht mehr bloss auf der Karte zu sehen, wo die Zonen beginnen und aufhören», sagt Martin Zeller. Bereits im Februar hatte die Wasserversorgung jene Bauern, die Land in Schutzzonen bewirtschaften, nochmals auf die Rechtslage sensibilisiert. «Zum Beispiel darauf, dass es in der ‹Schutzzone zwei› verboten ist, Gülle auszubringen», sagt Zeller.

Schliesslich sind im Budget 2018 der Wasserversorgung auch Ausgaben für bauliche Verbesserungen an den Grundwasserfassungen vorgesehen. «Einige Schächte sind in die Jahre gekommen», sagt Zeller. Deshalb werden dieses Jahr undichte Stellen repariert und Dichtungen ersetzt. «Wir sind überzeugt, dass mit all diesen Massnahmen die Versorgungssicherheit mit einwandfreiem Trinkwasser erheblich erhöht wird», sagt Zeller.

Schnelles Handeln ist wichtig

Die Vorkehrungen der Wasserversorgung Andwil-Arnegg sind eine Reaktion auf die mehrfache Verschmutzung des Dorfbaches im vergangenen Jahr. Damals konnten Brunnenwart, Polizei und Feuerwehr zwar jedes Mal Schlimmeres verhindern; weder Gülle noch Milch noch die grüne Farbe, die indes völlig ungiftig war, gelangten ins Trinkwasser. Die Grundwasserpumpen konnten jeweils rechtzeitig abgeschaltet werden. Wichtig war schnelles Handeln. Denn bis Schmutz vom Dorfbach ins gut 20 Meter tiefer gelegene Grundwasser sickert, dauert es gerade einmal zwei bis vier Stunden.

Die Dörfer Andwil und Arnegg beziehen ihr Wasser aus den drei Grundwasserfassungen Scheidweg, Freudenau und Säge sowie aus den Quellen Schlüsselloo am Aetschberg und Lindenwiese. Kommt es zu Engpässen, kann zusätzlich Bodenseewasser ins Leitungssystem gepumpt werden.

Alles einstimmig beschlossen

Gut 60 Männer und Frauen besuchten letzten Freitag die Bürgerversammlung der Wasserversorgung Andwil-Arnegg. Diese fand im Restaurant Sonnental in Andwil statt. Die Bürgerinnen und Bürger genehmigten die Jahresrechnung 2017 und das Gutachten für die Erneuerung des technischen Wasserleitsystems einstimmig. Auch das Budget für das Jahr 2018 wurde ohne Gegenvoten durchgewinkt. Zu den einzelnen Themen wurde keine Diskussion gewünscht. (al)

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