ANDWIL: Kein Pumptrack für Andwiler

Nach fünf Jahren Planung zieht der Verein Bikepark Andwil das Baugesuch für einen Pumptrack zurück. Grund dafür sind erneute Einsprachen. Somit ist das Projekt vorerst vom Tisch.

Christina Dietze
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Der geplante Pumptrack in Andwil wäre mit dem in Mendrisio (TI) vergleichbar gewesen. (Bild: PD)

Der geplante Pumptrack in Andwil wäre mit dem in Mendrisio (TI) vergleichbar gewesen. (Bild: PD)

Der Pumptrack in Andwil wird nicht gebaut. Drei Parteien haben beim Gemeinderat Rekurs gegen die Baubewilligung eingereicht. Daraufhin zog der Verein Bikepark Andwil kürzlich das Baugesuch zurück und löste sich auf. «Wir können die Kosten eines Rechtsstreites nicht tragen», sagt der ehemalige Vereinspräsident Peter Bode. Die Chancen, zu gewinnen, schätzt er zwar gut ein. Nach Absprache mit der Baukommission habe man sich aber dagegen entschieden. Bei der öffentlichen Auflage des Pumptrack-Baus vergangenen März seien bereits vier Einsprachen eingegangen, sagt Gemeindepräsident Dominik Gemperli. Diese Einsprachen wurden jedoch von der Baukommission abgelehnt.

Dominik Gemperli, Andwiler Gemeindepräsident. (Bild: Mareycke Frehner)

Dominik Gemperli, Andwiler Gemeindepräsident. (Bild: Mareycke Frehner)

Gründe für Einsprachen unklar

«Die Stimmung im Verein ist schlecht», sagt Bode. «Fünf Jahre lang haben wir viel Zeit und Ressourcen investiert, um eine hügelige Velobahn zu bauen, über die jeder mit seinem Fahrrad sausen kann.» Die Einsprachen im März haben sich laut Bode um Lärm, fehlende Parkplätze und öffentliche Toiletten gedreht. In den aktuellen Rekursen seien es dann Anliegen wie Grenzabstände zum Nachbargrundstück gewesen. «Das kann sein, beziehungsweise ist legitim, dass sich die ersten Einwände von jenen im Rekurs unterscheiden», sagt Gemperli. Laut dem Gemeindepräsidenten ging es in den Einsprachen und im Rekurs um baupolizeiliche Vorbehalte, Erschliessungsfragen sowie Lärmemissionen.

Projekt von Anfang an auf wackligen Beinen?

Gemperli sieht noch einen anderen Grund: «Es gibt wahrscheinlich Befürchtungen, dass am Abend ein gewisses Publikum auf dem Pumptrack neben dem Schulhaus herumlungern könnte.» In Flawil gingen Planung und Bau der Pumptrack-Anlage in etwa zwei Jahren über die Bühne. In Andwil scheiterte das Projekt nun nach fünf Jahren.

Bereits 2013 sagte der Gemeinderat, er werde das Gespräch mit Anwohnern suchen und abklären, ob die Umsetzung einer Pumptrack-Anlage in Andwil möglich sei (Tagblatt vom 17. Juli 2013). Damals war die Finanzierung des Projekts noch unklar. An der Bürgerversammlung wurde für den Bau dann ein Kredit von 70 000 Franken genehmigt. «Dieser ist ohne eine Einsprache bewilligt worden», sagt Bode. Einzelne Andwiler äusserten ihre Unzufriedenheit laut Bode am öffentlichen Infoanlass vom 3. Februar 2015. Es ging um Lärm, herumlungernde Jugendliche sowie um den Abstand zum offengelegten Bach am Rand der Parzelle. Abklärungen bezüglich des Bachs beim Tiefbauamt des Kantons führten unter anderem zu weiteren Verzögerungen von etwa einem Jahr. Gemeindepräsident Gemperli sagte damals zum Verlauf des Planungsprozesses: «Wir werden mit den direkt betroffenen Anwohnern des Grundstücks in Kontakt treten.» Grund für die Unzufriedenheit seien laut Gemperli damals schon vor allem befürchtete Lärmemissionen gewesen. Die Baukommission habe auf die Befürchtungen zu reagieren versucht, indem sie den späteren Anstössern angeboten habe, mit ihnen die Pumptrack-Anlage in Flawil zu besichtigen, sagt Gemperli. «Die Betroffenen zeigten aber kein Interesse.»

9000 Franken für nichts?

Die Gemeinde habe 8000 Franken vom genehmigten Kredit in die Planungsphase investiert, sagt Gemperli. Der Verein hatte Kosten von etwa 1000 Franken. Einen anderen Ort in Andwil für den Pumptrack gibt es laut Gemperli nicht. Obwohl dem Rückzug des Baugesuchs ein Abschreibungsbeschluss des Gemeinderates folgte, sieht er die investierte Summe noch nicht als verloren an. «Ich denke, es ist die Aufgabe der kommenden Legislatur, nochmal über das Projekt zu sprechen», sagt Gemperli.