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ANDWIL-ARNEGG: Ein Rücktritt, der keiner ist

Nach 14 Jahren als Präsident der Schulgemeinde Andwil-Arnegg tritt Emanuel Kummer nicht mehr an. Mit der Fusionsabstimmung habe seine Entscheidung nichts zu tun, sagt er. Es gebe einen anderen Grund.
Angelina Donati
Das Schulhaus Ebnet in Andwil. Auf Anfang Jahr muss das Präsidium der Schulgemeinde Andwil-Arnegg neu besetzt werden. (Bild: Benjamin Manser)

Das Schulhaus Ebnet in Andwil. Auf Anfang Jahr muss das Präsidium der Schulgemeinde Andwil-Arnegg neu besetzt werden. (Bild: Benjamin Manser)

Herr Kummer, auf den 25. September wird eine Nachfolge für Sie gesucht. Sie treten von Ihrem Amt als Schulratspräsident zurück.

Emanuel Kummer: Ein Rücktritt ist es im Grunde genommen nicht. Denn ich stelle mich einfach nicht mehr für eine Wiederwahl zur Verfügung. Mit dem Wort Rücktritt liessen sich natürlich mehr Emotionen wecken.

Sie präsidieren die Schulgemeinde Andwil-Arnegg seit bald 14 Jahren. Aus welchen Gründen geben Sie Ihr Amt ab?

Kummer: Das lässt sich ganz einfach beantworten: Nämlich mit meinem Alter. Noch in diesem Jahr werde ich 66 Jahre alt. Eher müsste ich es begründen, wenn ich in meinem Alter nochmals antreten würde. Kommt dazu, dass ich nach 14 Jahren das Steuer gerne in andere Hände gebe und mir etwas mehr Ruhe gönne.

Hatte die gescheiterte Fusion mit Gossau und Andwil und die Inkorporation der Schulgemeinde Andwil-Arnegg keinen Einfluss auf Ihren Entschluss?

Kummer: Das hatte sie nicht, nein. Schlagzeilen wie «Kummer hat genug» oder «er wirft den Bettel hin» würden schlicht nicht zutreffen. Bereits am Neujahrsanlass der Schulgemeinde habe ich die Anwesenden über Perspektiven informiert. Wäre die Vereinigung und die Inkorporation der Schulgemeinde zustande gekommen, hätte ich das Amt im Übergangsjahr selbstverständlich noch präsidiert.

Der Schulrat hatte sich für eine Inkorporation ausgesprochen. Kann man also von einer Enttäuschung sprechen?

Kummer: Nein, nicht wirklich. Unsere Schule ist gut aufgestellt und muss keine Überlebensängste haben. Trotzdem hätte der politische und schulische Zusammenschluss vieles vereinfacht. Die Zukunft der Schule wäre besser gewesen.

Themen wie Standortfrage, die geplante Sanierung des Mittelstufentrakts C im Schulhaus Ebnet und der generelle Wandel der Schule sind aktueller denn je: Ist es nicht ein ungünstiger Zeitpunkt, jetzt das Präsidium neu zu besetzen?

Kummer: Bei der Standortfrage stehen unmittelbar keine Entscheide an. Das wird auch in den nächsten Jahren so bleiben. Auf die Sanierung des Mittelstufentrakts C werde ich übermorgen Montag an der Bürgerversammlung vertiefter eingehen. Ja, bestimmt ist die Übergabe meines Amtes anspruchsvoll. Die Schule aber liegt mir nach wie vor am Herzen und ich werde bis Ende Jahr noch vollen Einsatz geben. Es entspricht nicht meinem Typ, einfach alles liegen zu lassen und in die Karibik zu verschwinden. An einer geordneten Übergabe liegt mir viel. Meine Nachfolgerin oder mein Nachfolger soll schliesslich optimale Startbedingungen haben.

Immer wieder, zuletzt an der Versammlung der Dorfkorporation Arnegg, kommt das Thema «ein Schulhaus in Arnegg» auf den Tisch. Wird es nicht ohnehin bald eng in der Schulanlage im Ebnet in Andwil?

Kummer: Für eine reine Primarschule kann die Schulanlage Ebnet tatsächlich als gross bezeichnet werden. Aus pädagogischer Sicht fragt man sich, ob es sinnvoll ist, auch die Klassen aus dem Otmar-Schulhaus in den ohnehin schon grossen Ebnet-Komplex zu integrieren. Die Frage nach einem Schulhaus in Arnegg ist durchaus berechtigt. Allerdings ist ein Neubau mit hohen Mehrkosten verbunden.

Lässt sich das Pensum des Schulratspräsidenten gut mit dem Beruf vereinbaren?

Kummer: Das Pensum ist auf 30 bis 35-Stellenprozente festgelegt, was auch in der Praxis zutrifft. Je nach Projekten gibt es aber unter dem Jahr Schwankungen. Mein grosser Vorteil ist, dass ich selbständig erwerbend bin und mir die Zeit relativ frei einteilen kann.

Was werden Sie mit Ihrer neu gewonnenen Zeit machen?

Kummer: Seit bald 20 Jahren bin ich als Organisationsberater tätig. Noch habe ich nicht vor, in Pension zu gehen.

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