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ANDWIL: Acht Kastanienbäume gefällt

Die Kastanienbäume um das Schulareal Ebnet stellen ein Sicherheitsrisiko dar und mussten daher gefällt werden. Die Fällung stösst nicht nur auf Wohlwollen.
Raphaela Roth
Die Kastanienbaumallee vor dem Schulhaus Ebnet in Andwil wird durch Mannes- und Maschinenkraft innert weniger Stunden gefällt. (Bild: Urs Bucher)

Die Kastanienbaumallee vor dem Schulhaus Ebnet in Andwil wird durch Mannes- und Maschinenkraft innert weniger Stunden gefällt. (Bild: Urs Bucher)

Raphaela Roth

raphaela.roth@tagblatt.ch

«Diese Nacht habe ich praktisch kein Auge zugetan», sagt Marcel Egger. Der Leiter des Hausdienstes des Schulhauses Ebnet ist nervös. An diesem Montagmorgen um 7.30 Uhr fällt der erste Ast zu Boden. Er gehört einem rund 80-jährigen Kastanienbaum, der aus Sicherheitsgründen weichen muss. Mit schweren Maschinen wird Ast für Ast abgetrennt, bis nur noch der Strunk zu sehen ist. Bis zum Mittag ist die Baumallee dem Erdboden gleichgemacht. Die Arbeit der Förster der Ortsbürger ist getan. Äusserlich sehen die Bäume zwar nicht sonderlich krank aus. Innen sind sie aber dunkel und nass, aufgrund von Fäulnis und Pilzbefall. «Durch eintretendes Wasser, an Stellen wo einst ein Ast war, ist der ganze Baum völlig durchnässt und morsch geworden», sagt Marcel Egger.

Dadurch seien die rund zwölf Meter hohen Bäume eine Gefahr für den Strassenverkehr und die Kinder auf dem Pausenplatz geworden. «Allein durch die Last des Schnees hätte ein schwerer Ast herunterfallen können», sagt Egger. Er trägt die Verantwortung für die Sicherheit rund um das Schulhaus. Einen Unfall möchte er auf keinen Fall in Kauf nehmen: «Mehrere Fachleute haben mir aus Sicherheitsgründen geraten, die Bäume zu fällen.» Aber auch für die Förster sei es ein schwieriges Unterfangen: «Nie weiss man, wo der Ast abbricht», so Egger.

Zwecks Sicherheit noch vor Wintereinbruch

Die Stimmen aus der Bevölkerung sind unterschiedlich: Viele zeigen Verständnis und befürworten die Sicherheitsmassnahme. Nebst zustimmenden Reaktionen erhält Egger auch eher vorwurfsvolle Rückmeldungen. «Die Bäume hätten locker noch zehn Jahre länger gehalten», heisse es vereinzelt seitens der Anwohner. Dass die Bäume bei vielen ein emotionales Thema sind, weiss Egger: «Mit dem Baumfällen macht man sich keine Freunde.»

Doch das Problem weiter hin­auszuschieben, sei auch keine Lösung. «Wir haben das Fällen zwecks Sicherheit bewusst noch dieses Jahr angesetzt, obwohl das Budget das eigentlich nicht zulässt», sagt Egger. Die Fällung durch die Förster der Ortsbürger kostet rund 4500 Franken. Man habe daher zweitrangige Dinge nach hinten verschoben, denn die Sicherheit stehe an erster Stelle, so der Leiter des Hausdienstes. Voraussichtlich werden im Frühling anstelle der acht Kastanienbäume verschiedene Arten von Laubbäumen gepflanzt. Im Gegensatz zur bisherigen Monokultur kommen dadurch bei Schädlingsbefall nur vereinzelte Bäume zu schaden. Rund 2000 Franken werden für einen Setzling budgetiert. Welche Baumarten angepflanzt werden, ist noch nicht klar. Er tendiere aber zu Ahorn und Buche, so Egger. Zudem sollen es keine exotischen, sondern einheimische Arten sein. «So können die Schüler auch etwas über die Bäume hier in der Umgebung lernen.» Der Hausabwart ist zuversichtlich, dass das Projekt glückt: «Wenn die neuen Bäume blühen, sind die alten Kastanienbäume längst Geschichte.»

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