«Analoge» Post-Kunden werden vertrieben, und es wird auf eine Zukunft ganz ohne Personal und mit selbstfahrenden Autos gesteuert

«Auch Mörschwil verliert seine Post», Ausgabe vom 29. September

Toni Lutz, Reggenschwilerstrasse 28, 9402 Mörschwil
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«Auch Mörschwil verliert seine Post», Ausgabe vom 29. September

Jetzt ist es amtlich. Die Mörschwiler Post wird im 2017 in eine Agentur umgewandelt. Der vielgepriesene «Service public», also der Service für die Kundschaft wird weiter dezimiert. Er wird immer mehr zum «Client outsourcing» auf deutsch Kunden-Auslagerung = Kundenvertreibungs-Programm. Mit immer neuen Gebühren wie zum Beispiel für die Kontoführung auf Papier (das kostet sechs Franken pro Papier), für die Postbrief-Benachrichtigung oder 20 Franken für Barzahlung der Überweisung ohne Postkonto wird der Kunde zur digitalen Dienstleistung sozusagen genötigt. Die Mitarbeiter der Post, mit den neuesten elektronischen Geräten ausgestattet (Schrittzähler inklusive), müssen ständig über ihre Tätigkeit während der Arbeitszeit Auskunft und Rechenschaft geben.

In den Zentralen wird dann von externen Beratern wie zum Beispiel McKinsey geprüft, wie weitere «Rationalisierung und Kosten-Einsparungsmassnahmen» selbstverständlich nur «zum Wohle der Mitarbeiter der Post» anzuwenden und auszuführen sind. Das Führungspersonal bekommt dann für seine «aufopferungsvolle Schwerstarbeit» eine Prämie im sechsstelligen Bereich pro Jahr sowie ein Generalabo der SBB und wahrscheinlich Gratisparkplatz alla SBB inklusive.

Wenn der letzte zweibeinige «analoge» Kunde im 2017 mit der Inbetriebnahme des Agenturschalters in die digitale «Client Cloud» = Kundenwolke vertrieben wurde, haben die Verantwortlichen der Post ihr Millionen-Gehalt redlich verdient.

Die Drohnen und selbstfahrenden Autos und Lastwagen steuern uns dann ganz ohne Personal und ohne Strom (mit Akkus) in eine strahlende Zukunft. Da bleibt mir nur danke zu sagen. Danke Post.