An Parkplätzen hängen Arbeitsplätze

«Komitee kämpft gegen Parkhaus», 23.3.2013

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«Komitee kämpft gegen Parkhaus», 23.3.2013

Ein Komitee unter Leitung von Frau Surber von der SP will sich «für eine fortschrittliche Verkehrspolitik» einsetzen und die Parkplätze auf dem Marktplatz ersatzlos aufheben. Obwohl ich kein Bürger der Stadt St. Gallen bin, aber durch meine Geschäftstätigkeit Steuern in der Stadt bezahle und von Auswirkungen, die Parkplätze mit sich bringen, direkt betroffen bin, nehme ich mir das Recht, meine Meinung ebenfalls kundzutun.

Es ist mir neu, dass eine Umfrage bei 1,4 Prozent der Bevölkerung den Volkswillen spiegelt. Die neuste und grösste Studie aus Zürich hat ergeben, dass der Umsatz pro Parkplatz im Schnitt bei 328 000 Franken pro Jahr liegt. Je näher sich die Parkplätze beim Zentrum befinden, desto mehr nimmt der Umsatz bis zum Spitzenwert von 683 000 Franken pro Parkplatz und Jahr zu. Wenn wir davon ausgehen, dass die Kaufkraft in St. Gallen nicht so hoch ist, aber die zentrale Lage der Parkplätze beim Marktplatz in Betracht ziehen, kann man von einem Umsatzvolumen von 450 000 Franken pro Parkplatz und Jahr ausgehen.

Das Komitee fordert damit, dass der Detailhandel in der Innenstadt in Zukunft auf etwa 13 Millionen Franken Umsatz pro Jahr verzichten soll (weil es ja keinen Ersatz für die aufzuhebenden Plätze schaffen will). Ist sich diese Gruppe bewusst, wie viele Arbeitsplätze mit diesem Umsatz verknüpft sind? Die Zürcher Studie spricht von einem Arbeitsplatz pro Parkplatz. Wenn man davon ausgeht, dass diese Arbeitskräfte wieder in St. Gallen konsumieren, dann dürfte der Umsatz- und der Arbeitsplatzverlust höher sein.

Bettina Surber kritisiert weiter, es werde zu wenig für die Entwicklung des öffentlichen Verkehrs getan. Der öV wurde in den letzten Jahren mit Millioneninvestitionen massiv ausgebaut. In wenigen Monaten werden zudem die Weichen für den neuen Bahnhofplatz gestellt. Was will Frau Surber mehr? Der Fussverkehr ist im Fluss, keine Strasse, die nicht mit Trottoirs versehen ist, Fussgängerstreifen überall. Leider an neuralgischen Punkten ohne Lichtsignalanlage. Die Forderungen für einen noch besseren Ausbau des öV und der Infrastruktur für den Langsamverkehr haben nicht direkt mit dem Marktplatz oder einem neuen Parkhaus zu tun. Bleiben wir also bitte beim Thema. Niemand, auch nicht der Detailhandel, ist gegen die Aufhebung der oberirdischen Parkplätze. Es braucht dafür aber Ersatz. Das neue Parkhaus würde diesen ohne Einschränkungen für den öV oder den Langsamverkehr bieten.

Martin Schnyder

Confiserie Roggwiller

Multergasse 17, 9000 St. Gallen

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