Amden ist für die Solar- Testanlage

QUINTEN. Der Amdener Gemeinderat gibt grünes Licht für das Baugesuch für eine Solar-Testanlage am Walensee. Jetzt ist der Kanton am Ball.

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Im stillgelegten Steinbruch Schnür am Walensee könnte dereinst das grösste Solarkraftwerk der Schweiz entstehen. Anfangs war die Rede von neun Megawatt Leistung, mittlerweile sprechen die Elektrizitätswerke des Kantons Zürich (EKZ) von 15 bis 20 Megawatt. Vorerst soll eine Testanlage installiert werden. Doch Pro Natura bekämpft das Vorhaben, eine Einsprache ist hängig.

Effizienz abschätzen

Der Gemeinderat Amden hat dem entsprechenden Baugesuch grünes Licht erteilt. «Es geht dabei lediglich um eine Testanlage, die nicht viel Platz benötigt. Sie soll Aufschluss darüber geben, wie effizient die vorgesehene Grosssolaranlage sein könnte und ob eine solche Zukunft hätte», sagt Gemeindepräsident Urs Roth. Zudem soll untersucht werden, ob dank der Sonnenreflexion via Seeoberfläche mehr Strom erzeugt werden kann als angenommen. Die Chance, mit einer 40 Quadratmeter grossen Testanlage das genaue Potenzial auszuloten, wolle man nutzen, betont Roth. Der Gemeinderat empfiehlt daher dem Kanton, den Bau zu bewilligen und die hängige Einsprache des Umweltverbandes abzulehnen.

Einsprache ist eine Knacknuss

Pro Natura St. Gallen-Appenzell ist damit gar nicht einverstanden: In ihrer Einsprache verlangt sie ein Gutachten der eidgenössischen Natur- und Heimatschutzkommission (ENHK) – und zwar noch bevor die Testanlage erstellt wird. Denn das Gebiet, in dem der Steinbruch liegt, ist vom Bund als schützenswert eingestuft worden und liegt ausserhalb der Bauzone.

Der Ball liegt nun beim Kanton: Innert zehn Wochen muss das kantonale Amt für Raumentwicklung und Geoinformation (Areg) über das Baugesuch entscheiden. Ob bis Ende November Klarheit herrscht, ist aber offen. Knackpunkt bleibt die Einsprache von Pro Natura. Falls das Areg zum Schluss kommt, ein ENHK-Gutachten sei bereits für die Testanlage nötig, würde sich der Entscheid weiter verzögern. (rl/jhe)