Am Sonntag brennt der Böögg

Der Winter hat die Stadt noch immer voll im Griff. Auch Mitte Februar liegt nicht der kleinste Hauch von Frühling in der Luft. Höchste Zeit zum Handeln: Übermorgen, 18.30 Uhr, wird vor der Tonhalle der Böögg verbrannt.

Sarah Schmalz
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Je rascher der Böögg verbrennt, desto schneller wird der Frühling Einzug halten. So lautet die Regel. Funkenmeister Andreas Bünzli ist optimistisch – mit gutem Grund. Wegen der verschärften Feuerschutz-Bestimmungen müsse seit einigen Jahren trockenes Holz verwendet werden. «Das beschleunigt natürlich das Feuer.»

Brennende Fernseher

Seit rund 20 Jahren ist Bünzli im Amt, und weiss einiges zu berichten. Alles Mögliche habe man früher angezündet für einen möglichst grossen Funken. «Manchmal gar Radios oder Fernseher». Seit 2002 wird der Böögg vor der Tonhalle verbrannt, ein «Megafunke» wäre hier zur gefährlich.

Als auf dem Spelterini-Parkplatz das Parkleitsystem installiert wurde, mussten wir einen neuen Standort suchen», erinnert sich Bünzli. Als die Stadt die Kinderfestwiese zur Verfügung stellte, lehnte er dankend ab: «Ein Feuer auf dem Rosenberg, das ist doch kein Stadtfunke!»

Ein Securitas für das Holz

Das hat auch die Stadt eingesehen und die Wiese vor der Tonhalle zur Verfügung gestellt. Nebst Bünzli engagieren sich für den Anlass jedes Jahr Blauring und Jungwacht Heiligkreuz sowie der Quartierverein Nordost. Während sich der Quartierverein um administrative Aufgaben kümmert, sorgen die Jugendlichen für die Verpflegung. «Wir treffen uns am Samstag, um die Stände aufzustellen», sagt Nicolas Würmli, Leiter bei der Jungwacht.

Das Holz wird dann schon bereit liegen. Andreas Bünzli bestellt es jeweils bei der Stadtsägerei. Über Nacht wird der Holzhaufen bewacht: Von 22 Uhr bis 6 Uhr dreht auf der Wiese ein Securitas-Mann seine Runden. «Damit kein Holz gestohlen wird.» Am Sonntag, 18.30 Uhr, wird Funkenmeister Bünzli das Feuer entzünden.