Am gleichen Schlauch ziehen

Gossau, Andwil, Flawil und Degersheim spannen im Bereich Sicherheit bereits zusammen. Nun soll noch Waldkirch dazukommen. Alle fünf Gemeinden planen jetzt den Sicherheitsverbund Region Gossau.

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Gemeinsam – Die Feuerwehren Gossau-Andwil und Flawil-Degersheim wollen in einem Sicherheitsverbund zusammenarbeiten. (Archivbild: Urs Jaudas)

Gemeinsam – Die Feuerwehren Gossau-Andwil und Flawil-Degersheim wollen in einem Sicherheitsverbund zusammenarbeiten. (Archivbild: Urs Jaudas)

Seit 2008 sind die Feuerwehren von Gossau und Andwil zusammengeschlossen, die Feuerwehren von Flawil und Degersheim seit 2009. Und diese zwei Feuerwehren für vier Gemeinden stehen unter dem Kommando von Stefan Kramer. Die Kommandoleitung ist in Gossau. Ein erster Schritt auf dem Weg zu einem Sicherheitsverbund Region Gossau-Flawil war damit getan. Beide Feuerwehren führen aber noch immer je eine Feuerschutzkommission, je ein Feuerschutzreglement, eine eigene Rechnung und ein eigenes Budget. Das gleiche gilt für die Zivilschutzorganisationen.

Vertraglich regeln

Bis Anfang 2013 soll nun der nächste Schritt folgen. Und zwar soll ein Sicherheitsverbund Region Gossau für die Belange von Feuerwehr, Zivilschutz und Gemeindeführungsstab gebildet werden. Das heisst, die Zusammenarbeit soll nun vertraglich geregelt werden. Mitmachen im Verbund wollen Gossau, Andwil, Flawil, Degersheim und Waldkirch.

Die Wahl eines gemeinsamen Kommandanten für die Feuerwehren war ein Grundstein für den Sicherheitsverbund, heisst es in einer Mitteilung der Stadt Gossau.

Die grössten Vorteile eines Verbundes werden bei Führung, Administration und Material erwartet. Einsparungen könne es beispielsweise bei der Beschaffung von Material und Fahrzeugen geben, sagte der damals zuständige Stadtrat Christian Manser bei der Präsentation des Sicherheitsverbundes im November 2007. Zudem könnte die Administration weiter professionalisiert werden.

«Auch bei der Ausbildung soll der Zusammenschluss Synergien ermöglichen», sagt der Flawiler Gemeindepräsident Werner Muchenberger. Der Flawiler Gemeinderat war es, der die Idee eines Sicherheitsverbunds im Jahr 2007 anregte. «Denn bereits damals arbeiteten die vier Gemeinden schon in verschiedenen Sicherheitsbereichen zusammen», so Muchenberger. Den Verbund hätten die beiden Gemeinden aus der Position der Stärke initiiert.

Standorte belassen

Im Sicherheitsverbund ist vorgesehen, dass alle Feuerwehrdepot-Standorte belassen werden. Denn nach kantonalem Konzept müssen alle Hauptsiedlungsgebiete innert von 10 bis 15 Minuten nach Alarmierung durch die zuständige Orts- oder Regionalfeuerwehr unter normalen Strassenverhältnissen erreicht werden können. Die Zeitvorgaben könnten von einem zentralen Standort nicht für das gesamte Einsatzgebiet von Degersheim bis Waldkirch eingehalten werden.

Von Beginn an waren sich die Gemeinden klar darüber, dass keine Berufsfeuerwehr gebildet werden soll, sondern dass am Milizsystem festgehalten wird. «Nicht die Feuerwehren werden neu geregelt, sondern die Abläufe in der Administration, im Kommando und in der Materialwartung», sagt Muchenberger. Das gesamte Gebiet, für das die Feuerwehren des zu bildenden Sicherheitsverbundes zuständig sind, beträgt gut 9100 Hektaren.

Übrigens: Bis dato ist die Feuerwehr Flawil-Degersheim im laufenden Jahr 59mal ausgerückt, die Feuerwehr Gossau-Andwil 104mal.

Zweckverband favorisiert

Damit der Sicherheitsverbund Region Gossau Tatsache wird, müssen politische Entscheide getroffen und Organisationsfragen geklärt werden. Favorisiert von der Projektgruppe wird die Bildung eines Zweckverbandes.

Es seien aber auch andere Modelle denkbar, zum Beispiel eine öffentlich-rechtliche Aktiengesellschaft oder Vereinbarungen.

Vom Trägerschaftsmodell hängt ab, welche Entscheide in den beteiligten Gemeinden zu fällen sind. Der Zweckverband beispielsweise wäre in Gossau ein Geschäft für das Stadtparlamentt und in allen anderen Gemeinden wäre die Bürgerschaft dafür zuständig. (rb)