Altlasten entsorgen

MÖRSCHWIL/RORSCHACH. Rorschach plant, die ehemalige Deponie Unterbüel in Mörschwil zu sanieren. Danach wird die Grube mit Aushubmaterial aufgefüllt. Dieser Prozess soll weniger als fünf Jahre dauern.

Angelina Donati
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Die ehemalige Deponie im Gebiet Unterbüel in Mörschwil will die Stadt Rorschach mit Aushubmaterial füllen. Die Pläne liegen öffentlich auf. (Bild: Urs Bucher)

Die ehemalige Deponie im Gebiet Unterbüel in Mörschwil will die Stadt Rorschach mit Aushubmaterial füllen. Die Pläne liegen öffentlich auf. (Bild: Urs Bucher)

Ob ein Bürogebäude, ein Einfamilienhaus oder eine Tiefgarage erstellt wird – jeder Bau generiert unweigerlich auch Aushubmaterial. Material, das unabhängig der Menge wieder irgendwo hingebracht werden muss. Im Kanton St. Gallen bestehen hierfür mehrere Deponien. Endlos ist ihr Fassungsvermögen allerdings nicht. So wird die Deponie Tüfentobel in Engelburg voraussichtlich im Jahr 2020 ihre Kapazitätsgrenze erreicht haben, wie der Kanton Anfang Jahr in einem Bericht schrieb. Durch die intensive Bautätigkeit in den vergangenen Jahren werden die Gruben zudem noch rascher aufgefüllt als erwartet.

Aus Alt- wird Aushubdeponie

Um einen «Deponie-Notstand» zu verhindern, prüfte der Kanton innert weniger Jahre über 200 mögliche Standorte. Ebenfalls zur Diskussion stand der Weiler Unterbüel auf Mörschwiler Gemeindegebiet. Eine Parzelle, die früher als Altdeponie genutzt wurde und bald als Deponie für sauberes Aushubmaterial dienen soll. Seit knapp drei Jahren befasst sich die Stadt Rorschach mit der detaillierten Planung, welche sich aus Verfahren und Auflagen zusammensetze, wie Stadtpräsident Thomas Müller sagt.

Bereits in früheren Jahren betrieb Rorschach dieselbe Deponie und verfügt auch heute über das entsprechende Fachwissen. Damals benutzten die Gemeinden in der Region die Grube, um Abfälle zu entsorgen. Bis im Jahr 1972 die Inbetriebnahme der Kehrichtverbrennungsanlage St. Gallen erfolgte. Anschliessend wurde die Deponie nach den damaligen Standards rekultiviert. Jenen Teil des Areals, dort, wo damals heute nicht mehr zulässige Stoffe gelagert wurden, will die Stadt Rorschach zuerst sanieren. Ein Vorgang, der laut Stadtpräsident Thomas Müller üblich und sinnvoll ist. Wie er sagt, werde man wohl, wie in jeder Deponie, solche Stoffe finden, die speziell entsorgt werden müssen. Grosse Überraschungen werde es vermutlich aber keine geben.

Keinen Profit für Rorschach

Das Fassungsvermögen der Deponie Unterbüel, welches im Vergleich zu anderen klein ist, wird dennoch auf 400 000 Kubikmeter geschätzt. Platz, der im Kanton eben dringend benötigt wird. Davon profitieren werden Gemeinden, die auch die Deponie Tüfentobel nutzen, etwa aus dem Gebiet St. Gallen-Rorschach, beider Appenzell, zudem wenige Thurgauer Gemeinden. Profit erwartet die Stadt Rorschach als Betreiberin nicht, wie Müller sagt. «Wir werden eine schwarze Null erreichen.» Die vollständige Füllung der Grube soll maximal fünf Jahre dauern, schreibt der Mörschwiler Gemeinderat im aktuellen Mitteilungsblatt. Thomas Müller rechnet etwa mit drei Jahren: «Je früher der Prozess beendet ist, desto besser.» Ziel ist es, das Gebiet wieder in den Ursprungszustand zu versetzen. Etwa 500 000 Franken der Einnahmen aus dem Deponiebetrieb sollen für die «Nachpflege» des Geländes aufgewendet werden.

Temporäre Zufahrtsstrasse

Die ersten Lastwagen mit Kies und Erde werden voraussichtlich im Frühling 2016 im Weiler Unterbüel auffahren. Für den Betrieb der Deponie soll eine temporäre Zufahrtsstrasse gebaut werden. «Damit das Material nicht durch das Wohngebiet angeliefert wird», erklärt Thomas Müller. Sobald die Deponie gefüllt sei, werde die Strasse wieder rückgebaut.

Noch bis zum 26. September liegt der Deponieplan im Mörschwiler Gemeindehaus öffentlich auf.