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Altgoldkäufer im Test

ST.GALLEN. Wer seinen Goldschmuck zu Geld machen möchte, tut gut daran, verschiedene Angebote einzuholen. Ein Testverkauf bei einigen Juwelieren in der Stadt zeigt, dass Altgold zu sehr unterschiedlichen Preisen angekauft wird.
Mirjam Bächtold
Nicht alles Gold, was glänzt: Vor dem Kauf überprüfen die Juweliere, ob der Schmuck echt oder doch nur vergoldet ist. (Bild: Urs Jaudas)

Nicht alles Gold, was glänzt: Vor dem Kauf überprüfen die Juweliere, ob der Schmuck echt oder doch nur vergoldet ist. (Bild: Urs Jaudas)

Mit dem alten Goldschmuck der Grossmutter lässt sich momentan Geld verdienen. Wegen des hohen Goldpreises verkaufen viele Leute Ketten, Broschen und Ringe, die sie nicht mehr brauchen. In St. Gallen gibt es verschiedene Abnehmer für Altgold – und verschiedene Angebote. Wer seinen Schmuck zu Geld machen will, sollte deshalb bei verschiedenen Juwelieren Offerten einholen. Ein Testverkauf zeigt, dass sich ein Vergleich lohnt.

Nicht alle zahlen bar

Drei Schmuckstücke dienen als Testobjekte. Vor dem Scheinverkauf werden sie von einem Goldschmied der Labhart-Chronometrie überprüft. Das Ergebnis: Die beiden Ketten und der Ring haben 18 Karat Gold und wiegen zusammen 106,9 Gramm. Bei Labhart würde man für den Schmuck nach allen Abzügen (siehe Kasten) Fr. 2894.60 erhalten.

«Wir machen allerdings keine Barauszahlungen, sondern stellen eine Gutschrift für unseren Schmuck aus», sagt Romano Prader, Inhaber der Labhart-Chronometrie.

«Angestellte hat sich verrechnet»

Beim Juwelier «Goldhaus» beim Marktplatz fällt die Beurteilung des Schmucks anders aus. Zwei junge Angestellte sehen sich den Stempel einer Kette an und kommen zum Schluss: Sie ist nur vergoldet. Auch die andere Kette sei nicht echt. «Die ist zu schwer für Gold», sagt eine der Angestellten.

Sie wägt den Anhänger der einen Kette und den Ring. «9,5 Gramm, dafür kann ich ihnen 115 Franken anbieten.» Das wären etwa Fr. 12.10 pro Gramm.

Da sei ein Fehler passiert, sagt die Geschäftsführerin von «Goldhaus» später. Ihre Angestellte habe sich bei diesem Angebot verrechnet. Für den Anhänger und den Ring würden sie 226 Franken bezahlen. Normalerweise sei ihr Preis für Feingold 35, für 18karätiges Gold 23 Franken. Für die Ketten könne sie nichts bezahlen, da sie gemäss Test nicht echt seien.

Das sieht die Angestellte im Juwelier «Altingold» an der Bahnhofstrasse anders. Nach einem Test mit Königswasser (einem Gemisch aus Salz- und Salpetersäure) sagt sie, dass alle Schmuckstücke echt sind. Das Angebot: 1800 Franken. «Wir bezahlen normalerweise 35 Franken pro Gramm Feingold und 24 Franken für ein Gramm 18karätiges Gold», sagt die Geschäftsführerin von «Altingold» später. Geht man von besagten 24 Franken aus, müsste man für die Schmuckstücke aber 2565 Franken erhalten. «Altingold» hätte rund 17 Franken pro Gramm bezahlt.

In ihrer Stellungnahme begründet die Geschäftsführerin das Angebot mit den Kosten für das Einschmelzen. Ausserdem ändere sich der Preis mit dem aktuellen Goldkurs.

Abzüge für Werbung und Miete

Etwas höher ist das Angebot der «Fangold AG» in der Schützengasse. 2280 Franken für die drei Schmuckstücke zusammen. Auch dieser Angestellte überprüft den Schmuck, indem er ihn über einen Stein reibt und das Königswasser auf die Abriebstelle gibt.

Als er später erfährt, dass in St. Gallen jemand mehr geboten hat für denselben Schmuck, ist er erstaunt. Die Erklärung für sein Angebot: «Ich ziehe vom Preis für Feingold nicht 25, sondern 28 Prozent ab.» Meistens sei der Goldanteil der Legierung zwischen 71 und 73 Prozent, obwohl sie mit 18 Karat gestempelt ist. Weitere Abzüge begründet er mit Kosten für das Einschmelzen, die Miete des Geschäfts und die Werbung.

Als Gutschrift höherer Preis

Überboten wurde die «Fangold AG» vom Goldschmied Gut in der Marktgasse. Auch hier wurde der Schmuck geprüft und für echt befunden. 2420 Franken würde man in bar erhalten, 2870 Franken als Gutschrift für den Schmuck im Geschäft. «Wir haben unterschiedliche Preise, um unsere Kunden zu bevorzugen und weil wir unseren Schmuck verkaufen möchten», erklärt Daniel Gut, Inhaber des Geschäfts.

Wer Altgold anbietet, erhält eine schriftliche Offerte, die klar deklariert, wie die Preise zustande kommen.

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