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ALTERSPFLEGE: Auf dem Weg zur Einheits-Spitex

Ab 2020 soll es in der Stadt nur noch eine übergreifende Spitex-Organisation geben. So lauten die aktuellen Pläne des Stadtrats. Die bestehenden vier Spitex-Vereine stehen einer Einheitsorganisation zwiespältig gegenüber.
Roger Berhalter
Die ambulante Pflege zu Hause wird auch in der Stadt immer wichtiger und verlangt nach zeitgemässen Strukturen. (Bild: Gaëtan Bally/KEY)

Die ambulante Pflege zu Hause wird auch in der Stadt immer wichtiger und verlangt nach zeitgemässen Strukturen. (Bild: Gaëtan Bally/KEY)

Roger Berhalter

roger.berhalter

@tagblatt.ch

Statt vier Spitex-Organisationen nur noch eine: So möchte der Stadtrat die Alterspflege zu Hause für die Zukunft fit machen. Heute sind in St. Gallen vier Spitex-Vereine aktiv, doch das soll sich per Anfang 2020 ändern. Konkret ist eine Spitex-Einheitsorganisation für das ganze Stadtgebiet geplant, unter Federführung der Stadt. Die bestehenden Spitex-Vereine werden aufgelöst, können sich aber in die neue Organisation einbringen. So steht es im Postulatsbericht, den das Parlament voraussichtlich an der Sitzung am kommenden Mittwoch behandeln wird.

Der Stadtrat mischt sich mit diesen Plänen stärker denn je in die Organisation der Spitex ein. Dies vor allem deswegen, weil sich die vier Spitex-Vereine bisher nicht auf eine gemeinsame Lösung einigen konnten. «Ich bin positiv überrascht, wie klar die Stadt den Lead übernimmt», sagt CVP-Stadtparlamentarierin Susanne Gmünder Braun. Sie war vor Jahren selber im Vorstand des Vereins Spitex West aktiv und hat 2013 das Postulat «Braucht St. Gallen vier Spitex-Organisationen?» initiiert. Die aktuellen Pläne des Stadtrats sind die Folge dieses Postulats.

Schon eine gemeinsame Webseite ist schwierig

Auch Gmünder Braun glaubt nicht daran, dass sich die vier Spitex-Vereine von selbst einig werden. «Dafür war Zeit genug.» Deshalb sei es sinnvoll, dass die Stadt nun eine aktivere Rolle spiele. Wie schwer sich die vier Vereine mit einheitlichen Lösungen tun, zeigt nur schon die gemeinsame Webseite. Es gibt sie mittlerweile zwar, doch zwei Vereine führen parallel dazu weiterhin ihr eigenes Webangebot.

Bei der St. Galler Spitex-Einheitsorganisation geht es aber um weit mehr als nur um den gemeinsamen Internet-Auftritt. Die Spitex ist ein wichtiger Pfeiler in der Alterspolitik der Stadt, deren Bevölkerung immer älter wird und in der die ambulante Pflege zu Hause immer wichtiger wird. «Es gibt in der Stadt zu viele Betagte, die zu früh ins Altersheim gehen, obwohl sie nur leichte Pflege benötigen», sagt Susanne Gmünder Braun. Besser wäre es, wenn sie möglichst lange zu Hause gepflegt würden. «Dafür braucht es eine Spitex von einer gewissen Grösse. Für die Kunden und für die Mitarbeitenden wird ein Zusammenschluss viele Vorteile bringen.» Die Einheitsorganisation sei keine Sparübung, die freien Ressourcen sollten vielmehr einer Qualitätssteigerung zugute kommen.

Die Spitex-Vereine stehen der Einheitsorganisation zwiespältig gegenüber. Die Rückmeldungen reichen «von weitgehender Zustimmung bis dezidierter Ablehnung», heisst es im Postulatsbericht. Klar positiv zur geplanten Einheitsorganisation äussert sich nur die Centrum-Stadt-Spitex. Sie bestätigt in einer Stellungnahme zahlreiche Schwächen des heutigen Modells und kommt wie der Stadtrat zum Schluss: «Die heutigen Strukturen sind nicht mehr zeitgemäss.» In einer Einheitsorganisation sieht die Cen­trum-Stadt-Spitex zahlreiche Vorteile, beispielsweise einen einfacheren Zugang für die Klienten und eine bessere, professionellere Nutzung der Ressourcen.

Der Stadtrat agiert zu radikal

Enttäuscht von den Plänen zeigen sich hingegen die anderen drei Spitex-Organisationen. Spitex Ost und Centrum Notker sehen sich in einer gemeinsamen Stellungnahme in ein schiefes Licht gestellt, ihr Engagement für die pflegebedürftigen Menschen in der Stadt werde herabgewürdigt. Das Vorgehen des Stadtrats sei zu radikal, schreiben die zwei Vereine, und stellen Bedingungen. Würden diese nicht erfüllt, seien sie nicht bereit, sich «auf den vom Stadtrat vorgeschlagenen Weg zu machen».

Ebenfalls kritisch äussert sich die Spitex West. Neben der Einheitsorganisation solle man auch eine Weiterentwicklung des bisherigen Modells prüfen. Der Verein möchte aber auf jeden Fall partnerschaftlich eingebunden werden und in der neuen Lösung Verantwortung übernehmen.

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