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Altersheime Sömmerli jubilieren

Vor 100 Jahren zogen die ersten elf Bewohnerinnen ins Frauenaltersheim Sömmerli ein. In der Zwischenzeit ist aus dem altehrwürdigen Betrieb eine moderne Institution geworden. Heute Samstag ist Tag der offenen Tür.
Claudia Schmid
Können auf eine 100 Jahre dauernde Geschichte zurückblicken: Die Altersheime Sömmerli. (Bild: Urs Bucher)

Können auf eine 100 Jahre dauernde Geschichte zurückblicken: Die Altersheime Sömmerli. (Bild: Urs Bucher)

Der Verein Altersheim Sömmerli feiert das 100-Jahr-Jubiläum an diesem Wochenende. Gestern Freitag stand ein Festakt mit offiziellen Gästen auf dem Programm. Heute Samstag ist ein Fest für alle Interessierten geplant. Zwischen 11 und 17 Uhr besteht die Möglichkeit zur Besichtigung der drei Häuser Sömmerli, Johannes Kessler und Lilienfeld. Dazu gibt's Rundfahrten mit Oldtimern, Spiele, Musikdarbietungen und viele weitere Attraktionen. Die Küchen der Altersheime bieten dazu vom «Spatz» aus dem Kochkessel über Kalbsgeschnetzeltes mit Gemüse bis zum Schüblig mit Kartoffelsalat ein reichhaltiges kulinarisches Angebot.

Blick in die Geschichte

Zum 100jährigen Bestehen ist auch eine Jubiläumsschrift entstanden, die Einblick in die Geschichte der Altersheime Sömmerli gewährt. «100 Jahre sind mehr als ein Menschenleben. In dieser Zeit sind zwei Weltkriege, Rezessionen, Armut und Hochkonjunktur durchs Land gezogen. Unsere Vorfahren haben sich wohl oft gefragt, wie es weitergehen soll. Immer wieder fanden sie den Mut und die Kraft, weiterzumachen und nicht aufzugeben», schreibt darin Alban Georgy, der langjährige Gesamtleiter der Altersheime Sömmerli.

Probleme nach dem Start

Er zeigt auf, dass das Frauenaltersheim nach seiner Eröffnung 1916 nicht voll besetzt war. Erst Ende 1919 belebten 49 Bewohnerinnen den vom Jugendstil inspirierten Bau. Die Anfangszeit gestaltete sich wirtschaftlich schwierig: Der erste Weltkrieg war noch nicht zu Ende, es gab keine Sozialversicherung und die Bewohnerinnen verfügten über sehr geringe finanzielle Mittel. Wie alle drei Häuser hat das «Sömmerli» im Laufe seiner Geschichte mehrere Renovations- und Erneuerungsphasen erlebt. Der Charme des Gründerbaues blieb dabei aber bis heute erhalten.

Altersheim für Männer

1924 mietete die Ortsbürgergemeinde das Haus Johannes Kessler, das bis dahin als Zweigstelle des städtischen Waisenhauses gedient hatte. Neu sollte es zu einem Altersheim für 30 Männer werden. Weil es aber zu wenige Männer gab, die in ein Altersheim ziehen wollten, entschloss sich der Vorstand, dass auch Frauen im Haus aufgenommen werden sollten.

Im ersten Jahresbericht ist zu lesen, dass es zu «keinen Problemen mit Mannen und Frauen kam». Der Betrieb blühte auf und so konnte 1936 der Verein Altersheime Sömmerli das Haus kaufen.

Äusserlich erinnert der Bau noch immer daran, dass darin einst ein Knabenheim untergebracht war. Innen hat das Haus nach Umbauten den Charakter einer Fabrikantenvilla. Es wartet zudem mit lichtdurchfluteten Gemeinschaftsräumen auf.

Barockschlösschen gekauft

Ebenfalls in den 1930er-Jahren kaufte der Verein Altersheime Sömmerli das Barock-schlösschen Rosenfeld aus dem Nachlass der Frau Oberst Hungerbühler. Hier fanden rund 16 Pensionärinnen ein Zuhause. Ende der 1970er-Jahre wurde der Betrieb eingestellt und das Gebäude wieder verkauft. Dafür entstand 1969/70 das Haus Lilienfeld, das heute durch eine Passerelle mit dem Haus Johannes Kessler verbunden ist.

Nicht nur baulich, sondern auch in der Betriebsführung wurden die Altersheime Sömmerli im Laufe der Zeit immer wieder auf den neusten Stand gebracht. «In den Anfangszeiten halfen die Bewohner im und ums Haus tatkräftig mit. Das war auch notwendig, da es nur wenige Angestellte gab», beschreibt Alban Georgy die Betriebsführung anfangs des 20. Jahrhunderts. Die erste Krankenschwester, die Mitte der 1940er-Jahre fürs Sömmerli angestellt worden sei, habe nach kurzer Zeit wieder entlassen werden müssen. Sie sei zu teuer gewesen.

Eine gemeinsame Oberleitung

Die drei Altersheime im Sömmerli wurden jahrzehntelang durch je eine Hausleitung geführt. Es gab wenig Gemeinsames. 1985 stellte der Vorstand erstmals einen Verwalter ein. Dieser stand allen Häusern vor. Er koordinierte Abläufe und Einkäufe und übernahm dann auch die Verantwortung für das Rechnungswesen. Von da an konnten sich die Hausleitungen vermehrt um eine gute Pflege und Betreuung sorgen. Heute leben in den Häusern Sömmerli, Johannes Kessler und Lilienfeld rund 115 Pensionärinnen und Pensionäre.

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