Altersdurchmischtes Lernen hat sich bewährt

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Waldkirch Nach zwei Jahren altersdurchmischtes Lernen auf der Unterstufe in Waldkirch und Bernhardzell, zieht die Primarschule Bilanz. «Das Modell der Durchmischung von mehreren Jahrgängen in einer Klasse hat sich in all unseren Kindergärten oder in kleinen Schulen bewährt», heisst es. Kleine Schüler würden von den Grossen lernen, zu denen sie aufschauen. Die Grossen hingegen lernen mit den Kleinen, festigen dadurch ihr Wissen und gewinnen an Selbstvertrauen. Begabte, jüngere Kinder mit grossem Wissensvorsprung erhalten zudem Gelegenheit, bei den älteren mitzulernen. Damit verringere sich die Gefahr, dass sie unterfordert sind und die Schule ihnen verleidet.

Das altersdurchmischte Lernen bedinge angepasste Lehr- und Lernformen, welche auf das individuelle Lernvermögen und Lerntempo der Kinder eingehen. So können schnelle Lerner mit grösserer Selbstständigkeit arbeiten, und die Lehrpersonen schaffen sich mehr Freiraum. Auch würden diese Arbeitsformen ermöglichen, dass Kinder mit besonderem Lern- und Betreuungsbedarf statt ausserhalb des Klassenzimmers vermehrt integrativ durch die Förderlehrperson unterstützt werden können.

Keine Störung, sondern Chance

Zu der grundlegenden Überdenkung der Schulstrukturen in Waldkirch und Bernhardzell haben verschiedene Gründe geführt, wie es in der Mitteilung der Primarschule heisst: Schwankende Schülerzahlen, die Zunahme an Rückstellungsbegehren im Kindergarten, die Integration von Kindern mit besonderem Förderbedarf in die Regelklassen sowie die grosse Leistungsheterogenität in den ersten Schuljahren. Altersdurchmischtes Lernen werde heute nicht als Störung betrachtet, sondern als grosse Lernchance wahrgenommen. (pd/ad)