ALTENRHEIN: Piloten fliegen für Super Connie

Der Basler Oldi-Airliner Super Constellation hat durch seine Besuche am Airport Altenrhein viele Fans. Jetzt sind aber teure Reparaturen nötig. Um dafür Geld zu sammeln, haben Piloten Benefiz-Flüge veranstaltet.

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Die Super Connie beeindruckt mit ihrer Form und ihrem markanten Dreifach-Seitenruder auch in Altenrhein. (Bild: Jürgen Schelling)

Die Super Connie beeindruckt mit ihrer Form und ihrem markanten Dreifach-Seitenruder auch in Altenrhein. (Bild: Jürgen Schelling)

Die Basler Lockheed Super Constellation, kurz Super Connie genannt, hat in den vergangenen Jahren bei ihren Besuchen am Flughafen Altenrhein immer mehrere hundert Schaulustige angelockt, die sich Start und Landung des nostalgischen Propeller-Oldtimers nicht entgehen lassen wollten. Dieses Jahr gab es ­allerdings keinen Besuch. Die viermotorige Super Connie musste die Flugsaison ausfallen lassen. An ihren Landeklappen sind Anlenkungen korrodiert. Bei Rolltests geriet zudem eine Bremse wegen Überhitzung in Brand, es entstanden Schäden an Reifen, Felge und Hydrauliksystem.

Die Reparaturen – die Kosten betragen deutlich über eine Million Franken – können vom Verein Super Constellation Flyers Association (SCFA) als Halter der Maschine nicht ohne Hilfe gestemmt werden. Für die SCFA sind in dieser Zeit deshalb gute Freunde wichtig. Das sind auch die Piloten und Verantwortlichen der Flying Bulls aus Salzburg. Sie haben mit der Douglas DC-6B ebenfalls einen viermotorigen Propeller-Airliner aus den 1950er-­Jahren in ihrem Hangar. Weil auch ihr Herz für die nostalgischen Verkehrsflugzeuge schlägt, sagten die Flying Bulls ein Hilfsangebot für die Super Connie zu. Fünf Benefizflüge fanden mit der DC-6B im September statt, drei Alpen-Rundflüge von Zürich aus sowie je ein Hin- oder Rückflug nach Salzburg. Die Einnahmen gingen komplett an die SCFA.

Die Douglas DC-6B hat als ehemalige Regierungsmaschine des jugoslawischen Machthabers Josip Broz Tito bewegte Zeiten hinter sich: Das 1958 gebaute Flugzeug wird nach seinem Einsatz 1975 nach Sambia verkauft. Dort fliegt die DC-6B noch einige Jahre, wird dann aber auf einem Flugplatz abgestellt. Ein Luftfahrtunternehmer entdeckt sie in den Neunzigerjahren und macht sie wieder flugtüchtig. Wirtschaftliche Probleme zwingen ihn 2000 zum Verkauf. Bei den Flying Bulls in Salzburg wurde die Maschine ab 2001 mehrere Jahre restauriert und dient seither als Flaggschiff ihrer Flugzeugflotte. Die fünf Benefizflüge mit der DC-6B, weitere Aktionen sowie das Spendenprogramm «Fly Connie fly» tragen dazu bei, dass die Super Connie voraussichtlich 2018 wieder abheben kann. Der SCFA gelang es zudem, einen Kredit in Höhe von 500 000 Franken zu erhalten. Zusammen mit der Spendenaktion sind somit nun knapp über eine Million Franken für die aufwendigen Reparaturen vorhanden. Wenn alle Arbeiten ausgeführt sind, soll die Super Connie im kommenden Frühjahr abheben. Und vielleicht ist sie dann auch wieder in Altenrhein zu sehen. Allerdings hat der Hauptsponsor, der Uhrenhersteller Breitling, angekündigt, dass er das Sponsoring der Super Connie nach über einem Jahrzehnt beenden wird. Die SCFA sucht deshalb nun ein neues Unternehmen, das sich für den Erhalt des Airliners finanziell engagiert.

Jürgen Schelling

redaktionot@tagblatt.ch