ALTENRHEIN: Die Kläranlage wird fünfzig

Mit dem Baustart der vierten Reinigungsstufe wurde eine wichtige Weiche für den inzwischen 50-jährigen Abwasserverband Altenrhein gestellt – das haben die Vertreter an der Delegiertenversammlung erfahren.

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Demnächst können Interessierte die Kläranlage besichtigen. (Bild: pd)

Demnächst können Interessierte die Kläranlage besichtigen. (Bild: pd)

Präsident Robert Raths und Geschäftsführer Christoph Egli orientierten an der Delegiertenversammlung des Abwasserverbands Altenrhein (AVA) über den Geschäftsgang. Erstmals begrüsst wurden die Vertreter der Gemeinde Rehetobel. Seit November ist deren Klärwerk ausser Betrieb und das Abwasser wird via Eggersriet und Untereggen nach Altenrhein abgeleitet. Nach dem Anschluss der Gemeinde Speicher wird der Verband ab Ende 2017 15 Gemeinden umfassen und das Abwasser von rund 60000 Einwohnern wird mit modernster Technik behandelt.

Investition von 9,7 Millionen zu Lasten des Verbands

Mit dem Bau der zusätzlichen Ausbaustufe zur Elimination von Mikroverunreinigungen und Spurenstoffen wurde im Oktober gestartet. Das Fundament, das von 176 Pfählen gestützt wird, ist erstellt. Das Kombi-Verfahren, bestehend aus einer Ozonierung und einer nachgeschalteten Filtration mit granulierter Aktivkohle (GAK), wird Mikroverunreinigungen aufspalten und zurückhalten. Diese vom Bund vorgegebene Investition schlägt mit Brutto-Investitionskosten von 21,8 Millionen Franken zu Buche. Nach Abzug der Bundesbeiträge verbleiben zu Lasten des Verbands 9,7 Millionen an zu tilgenden Nettoinvestitionen. Der Gesamtstromverbrauch 2016 lag bei 8321 MWh. Davon wurden 5366 MWh selbst produziert. Zwecks Redundanzabsicherung und zur Erhöhung der Betriebssicherheit wurde die Beschaffung eines weiteren Blockheizkraftwerks in die Wege geleitet, das mit einer elektrischen Motorenleistung von 800 kW und einem Wirkungsgrad von über 41 Prozent parallel zum baugleichen Blockheizkraftwerk mit Baujahr 2014 betrieben wird. Die verbandseigenen Energieanlagen wurden auf die Möglichkeiten eines Regelpools geprüft. Durch das gezielte «Abwerfen» der AVA-Aggregate in Abhängigkeit vom Bedarf im übergeordneten Stromnetz kann ein Beitrag zur Stabilisierung des Stromnetzes erreicht werden. Dem AVA wurde hierfür der Infra-Watt-Innovationspreis 2016 überreicht. Die Rechnung 2016 schliesst ausgeglichen ab. Die erstmals durch den Bund eingeforderte Abwasserabgabe von neun Franken pro Einwohner belastete die Rechnung mit knapp einer halben Million Franken. Trotzdem wurden die Gebühren nicht erhöht.

Offene Türen am 50. Geburtstag

1967 wurde der Grundstein zum Bau der ARA Altenrhein gelegt. Das 50-jährige Bestehen wird mit der Bevölkerung gefeiert. Die Betriebstore werden geöffnet: Am Samstag, 29. April, zwischen 11 und 17 Uhr führt ein Rundgang durch die ARA. Eine Festwirtschaft wird betrieben. (pd/lim)