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ALTENRHEIN: Bald wird gebaut - Kampf um Fliegermuseum gewonnen

Der Streit um den Neubau für das Fliegermuseum auf dem Flugplatz Altenrhein dauerte Jahre. Doch diese Zeiten sind vorbei. Der erste Spatenstich für das neue Gebäude soll demnächst erfolgen.
Martin Rechsteiner
Der alte Hangar wurde im Herbst abgebrochen (Bild oben, September 2017). So wie auf der Visualisierung unten soll das Museum dereinst aussehen. (Bild: Rheintal Bau AG)

Der alte Hangar wurde im Herbst abgebrochen (Bild oben, September 2017). So wie auf der Visualisierung unten soll das Museum dereinst aussehen. (Bild: Rheintal Bau AG)

Martin Rechsteiner

martin.rechsteiner@tagblatt.ch

Er hat jahrelang gedauert: Der Kampf um den Ausbau des Fliegermuseums Altenrhein. Seit 2009 soll das Museum aufgestockt und erweitert werden. Geplant ist ein dreistöckiger Flachdachbau mit Besucherterrasse und Hebebühne für Flugzeuge.

Einsprachen haben die Realisierung aber immer wieder verhindert. Nun jedoch ist Bewegung in der Sache. Der alte Hangar, der dem neuen Museum Platz machen muss, ist bereits abgebrochen.

Baubeginn in Kürze

Die Abbrucharbeiten am alten Eventhangar hatten im vergangenen September begonnen, wie der Webseite des Fliegermuseums zu entnehmen ist.

«Der erste Spatenstich für den Neubau erfolgt in den kommenden Tagen. Dies wird wetterabhängig geschehen», sagt Bernhard Vonier, einer der Museumsgründer. Das Museum wird nach Abschluss der Bauarbeiten unter dem Namen Flug- und Fahrzeugmuseum Altenrhein (FFA) neu eröffnen. Vorgesehen sind drei grosse Bauetappen. «Rohbauerrichtung im Laufe des Jahres 2018, Innenausbau und Ausstellungsdesign und dann eine erste Eröffnung mit Normalbetrieb mit weiteren Optimierungen bis zum Sommer 2019.»

Das Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) hatte das Projekt bereits 2009 abgesegnet. Einsprachen blockierten es aber jahrelang. So hätten das Museum und der Flugplatz durch den Umbau zuerst über 505 Parkplätze verfügt. Die Einsprecher, darunter Umweltverband, der Verkehrsclub der Schweiz (VCS), monierten, dass bei über 500 Park- feldern eine Umweltverträg- lichkeitsprüfung mit Bericht vorgeschrieben sei. Das Bundesverwaltungsgericht ordnete diese Prüfung an, der Bau verzögerte sich um fünf Jahre. Als der Bericht 2014 vorlag und das Baugesuch wieder eingereicht wurde, erhob der VCS erneut Einsprache. Diesmal wegen drohender Belastung der Anwohner durch Lärm und Kerosingeruch. Denn nebst der Museumserweiterung sollten auf dem Flugplatz ein neuer Hangar für den Flugbetrieb und eine neue Firma hinzukommen. Auch diese Bauten mussten in der Umweltverträglichkeitsprüfung untersucht werden. Der VCS bewertete sie als unzureichend. Der Verkehrsclub betonte: «Wir wollen den Airport ja nicht schliessen und sehen auch seine regionale Bedeutung.» Doch die Gesetze zum Schutz der Natur und den Anwohnern müssten eingehalten werden. Anstatt eine vernünftige Umweltverträglichkeitsprüfung samt Bericht vorzulegen, hätten die Verantwortlichen einfach ein Papier geschrieben, damit eines da sei, lautete der Vorwurf damals. Der VCS richtete seine Einsprache fortan nur noch gegen den geplanten neuen Hangar auf dem Flugplatz, blitzte damit allerdings vor dem Bundesgericht ab. Die Einsprache gegen den Museumsbau hatte der VCS bereits 2014 zurückgezogen.

Museum, Konferenzräume, Dachterrasse

Die offizielle Eröffnung des Neubaus und des neuen FFA-Museums ist auf 20./21. Juli 2019 geplant. Im Erdgeschoss und Obergeschoss des Gebäudes sollen die noch flugtüchtigen Maschinen und Fahrzeuge ausgestellt werden. Mit der Hebebühne, welche für ein Gewicht von 8 Tonnen ausgelegt ist, werden Flugzeuge aussen am Gebäude in das erste Stockwerk gehievt. Im Gebäude gibt es dann noch Konferenzräume, Cateringmöglichkeiten sowie Büros. Das Dach wird zugänglich gemacht. Die Zuschauerterrasse gibt Ausblick aufs Rollfeld.

Zudem existieren Pläne, in der zweiten Etage auch Auto-Oldtimer, unter anderem der Marke Rolls-Royce, auszustellen. «Im Museum werden Flugzeuge und Fahrzeuge in einzigartiger Kombination präsentiert», heisst es von der Museumsführung. Man wolle Einblicke geben in die Technik der Ausstellungsstücke und in den Alltag der Mechaniker und Ingenieure. «Für den einen oder anderen Besucher wollen wir zudem den Traum vom Fahren oder Fliegen der Exponate erfüllen.»

Das Museum hat als eines der wenigen in der Schweiz vom Bund den Auftrag, historisch wertvolle Objekte der Aviatik für die Nachwelt aufzubewahren.

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