Alte Post – einst und heute

Eine alte Ansichtskarte zeigt die letzte, zweispännig geführte Pferdepost vor der Post in Thal. Das Gebäude steht noch heute, hat jedoch seine frühere Funktion längst verloren.

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Letzter Postillon bei der Alten Post in Thal. (Bilder: pd/sc)

Letzter Postillon bei der Alten Post in Thal. (Bilder: pd/sc)

THAL. Das «Thaler Pöstli» fuhr täglich verschiedene Male nach Rheineck, sofern nicht einer der Postgäule hinkte. Dies ist nachzulesen im zweiten Band der Trilogie «Das Rheintal um 1900».

Porto für fünf Rappen

Die aufschlussreichen kleinen Bände sind bereits vor zwei Jahrzehnten im Appenzeller Verlag erschienen, aber noch immer erhältlich. Zu lesen ist hier auch, dass sich das Postbüro früher zuerst im «Anker» und dann im «Schäfli» befand. Im Jahre 1907 kostete das Porto für eine Postkarte fünf Rappen und für einen Brief zehn Rappen. Nach Amerika konnte man einen Brief für 25 Rappen schicken. Heute sind die Dörfer der Politischen Gemeinde Thal mit Postauto-Linien verbunden – und die Alte Post ist eine der Haltestellen.

Automobil AG war unrentabel

Die Eisenbahn verdrängte in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts die Postkutschen zusehends. Im ländlichen Raum jedoch dauerte das oft romantisch verklärte Postkutschenzeitalter zum Teil deutlich länger. So soll die letzte Postkutsche zwischen Thal und Rheineck bis Ende 1927 unterwegs gewesen sein. Die 1904 von Fabrikant Dufour in Thal gegründete Automobil AG Rorschach-Thal-Rheineck gab es nur bis 1906. Wegen Unrentabilität wurde der Betrieb wieder eingestellt. Sogar die Rorschacher liessen daraufhin wieder die Postkutsche verkehren.

Vom 30. November bis 2. Dezember findet in Altstätten die Rhybra12-Ausstellung der Rheintaler Philatelisten statt. Dort werden neben Briefmarken rund 1700 alte Ansichten zu sehen sein. (gb)

Die Alte Post ist noch da, aber der einstige Glanz ist verschwunden. Das Gebäude steht schon lange leer.

Die Alte Post ist noch da, aber der einstige Glanz ist verschwunden. Das Gebäude steht schon lange leer.