Altarprojekt: Alte Skizze hochaktuell?

«Auch ohne Ring viel Wirbel», 11.5.2013

Drucken
Gemeinde im Halbkreis um den Altar? Ausschnitt aus einer privaten Ideenskizze zur Gestaltung des Altarraums in der Kathedrale. (Bild: Leserbild: Beat Schildknecht)

Gemeinde im Halbkreis um den Altar? Ausschnitt aus einer privaten Ideenskizze zur Gestaltung des Altarraums in der Kathedrale. (Bild: Leserbild: Beat Schildknecht)

«Auch ohne Ring viel Wirbel»,

11.5.2013

In meiner Kantonsschulzeit in den 1940er-Jahren ist mir die St. Galler Stiftskirche ans Herz gewachsen. Sie trug wohl auch zu meiner Berufswahl als Architekt bei. Darum interessiert mich alles, was mit diesem wunderbaren Bauwerk passiert. Veranlasst durch die Diskussionen um die Neugestaltung des Altarbereichs blätterte ich kürzlich im dritten St. Galler Band «Kunstdenkmäler der Schweiz» von 1961. Darin fand ich ein Stück Skizzenpapier. Dieses hatte ich einst unter dem Eindruck eines Besuches in St. Gallen über den im Buch abgebildeten Grundriss der Kathedrale gelegt, diesen durchgezeichnet und mir überlegt, wie man den Zentralraum der Rotunde der heutigen Liturgie besser dienstbar machen könnte.

Die so entstandene Ideenskizze, weit entfernt von einer ausgereiften Studie, wage ich in die jetzt anhaltende Diskussion einzubringen. Meine Idee war, die schönen alten Kirchenbänke nur im Langschiff stehen zu lassen und die Rotunde mit einer neuen, vielleicht mobilen Bestuhlung zu versehen, die die Gemeinde nicht frontal vor dem Altar, sondern weitgehend um diesen herum versammelt. Der Raum scheint mir geradezu prädestiniert für eine solche Lösung. Was mit dem unglücklichen goldenen Ring im Luftraum beabsichtigt war, die Auszeichnung des Altars als Mitte, käme so auf natürliche Art zum Ausdruck. Die Altarstufen und den Altar selbst sah ich im Steinmaterial des Fussbodens, wie aus diesem herauswachsend, so schlicht wie möglich. Formal gab es da immerhin gewisse Ähnlichkeiten mit dem aktuellen Projekt.

Beat Schildknecht

Lüfternweg 15, 3052 Zollikofen