Als erster SVP-Mann im Rat etwas bewirken

GOLDACH. Noch nie war die SVP Goldach im Gemeinderat vertreten. Das will Martin Hochreutener ändern. Am 15. November kandidiert der 45-Jährige für den freiwerdenden Sitz von Jacqueline Schneider (SP). «Wer kritisch gegenüber gewissen Entscheidungen steht, muss die Chance nutzen, etwas zu verändern», sagt er.

Linda Müntener
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SVP-Kandidat Martin Hochreutener vor der «Käsi». (Bild: Linda Müntener)

SVP-Kandidat Martin Hochreutener vor der «Käsi». (Bild: Linda Müntener)

GOLDACH. Noch nie war die SVP Goldach im Gemeinderat vertreten. Das will Martin Hochreutener ändern. Am 15. November kandidiert der 45-Jährige für den freiwerdenden Sitz von Jacqueline Schneider (SP). «Wer kritisch gegenüber gewissen Entscheidungen steht, muss die Chance nutzen, etwas zu verändern», sagt er.

Mit Beruf und Familie vereinbar

Es ist früher Nachmittag, Martin Hochreutener sitzt an einem Ecktisch in der «Käsi». Hier, in einer der letzten verbliebenen Goldacher Dorfbeizen, kennt man ihn bestens. Hochreutener gehört die Liegenschaft, im selben Haus befindet sich sein Malergeschäft, das er 1998 von seinen Eltern übernommen hat. «Ich bin gerne hier in der Beiz und jasse. Solche Orte braucht es in einem Dorf.» Neben dem Malergeschäft betreibt der Vater dreier schulpflichtiger Kinder drei Tankstellen mit Shops in der Ost- und Zentralschweiz und vermietet Liegenschaften. Trotz Beruf und Familie bleibe Zeit für den Gemeinderat, sagt er. «Sonst würde ich mich nicht aufstellen lassen.» Die Reaktionen auf seine Kandidatur aus seinem persönlichen Umfeld seien aber nicht nur positiv gewesen. «Viele haben mich gefragt, warum ich mir das antue.» Warum? «Weil ich in meinem Dorf etwas bewirken will.»

Für den A1-Zubringer

Konkret hat er sich das Verkehrsproblem als Schwerpunkt gesetzt. Die Bürgerinnen und Bürger und vor allem das Gewerbe leiden unter dem tagtäglichen Stau im Zentrum, sagt Hochreutener, der Mitglied des Gewerbevereins ist. Er spricht sich klar für den A1-Zubringer aus. «Denn eine Alternative gibt es nicht.» Die geplante Umfahrung Mühlegut sei zwar «gut und recht», löse das Problem aber nur in Kombination mit dem Autobahnanschluss. Ohne letzteren würde sich der Stau vom Dorfzentrum vor die Bruggmühle verschieben, sagt Hochreutener. «Zur Feierabendzeit steht man bereits auf der Autobahn. Ohne einen weiteren Autobahnanschluss funktioniert es nicht.» Als Gemeinderat will er sich ausserdem für eine klare, transparente Kommunikation einsetzen. Dass er als Mitglied eines Gremiums auch unpopuläre Entscheidungen gegen aussen mittragen müsste, sei ihm bewusst. «Davor habe ich Respekt.»

Ruhig und ehrgeizig

Der Goldacher beschreibt sich selber als ruhig, fair und sehr ehrgeizig. Dass er es bei den Kantonsratswahlen 2012 «nur» auf Platz acht der SVP-Liste geschafft hat, «wurmt» ihn noch heute. So macht er keinen Hehl daraus, dass ihn auch eine Niederlage in Goldach ärgern und enttäuschen würde. Die Stimmen der «Büezer» scheint der SVP-Kandidat an diesem Nachmittag schon auf sicher zu haben. Im Laufe des Gesprächs kommen immer wieder Handwerker ins Restaurant. Hochreutener grüsst jeden, man wünscht ihm viel Erfolg, ein Mann setzt sich spontan zu ihm an den Tisch. Auch die FDP Goldach hat dem ihm ihre Unterstützung bereits zugesichert. Sprüche wie «Du bist ja praktisch schon gewählt», will Hochreutener aber nicht hören. «Es ist eine Kopf- und keine Parteiwahl», sagt er. «Die Chancen stehen 50 zu 50.»

Podiumsdiskussion: heute Montag, 20 Uhr, Aula Goldach