Als der Computer noch neu war

Morgen Samstag feiert das Computerfachgeschäft Microstar in Bruggen das 25-Jahr-Jubiläum. Gabriel Calan, der Gründer und Geschäftsführer, war 1990 einer der ersten Computerhändler in der Ostschweiz.

Elina Grünert
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Der 53jährige Gabriel Calan führt seit 25 Jahren das Computerfachgeschäft Microstar. Morgen Samstag feiert er mit seinem Team das Jubiläum. (Bild: Michel Canonica)

Der 53jährige Gabriel Calan führt seit 25 Jahren das Computerfachgeschäft Microstar. Morgen Samstag feiert er mit seinem Team das Jubiläum. (Bild: Michel Canonica)

Gabriel Calan verkauft seit 25 Jahren Computer, Software und Zubehör. Doch er sagt, dass er den Kunden nicht einfach nur etwas verkaufen möchte. Er sei auch danach für sie da und helfe bei allfälligen Problemen. Die Zufriedenheit und das Vertrauen seiner Kunden sei auch der Grund, wieso die Firma heute ihr 25-Jahr-Jubiläum feiern könne.

Vom Schneider zum Händler

Eigentlich absolvierte Gabriel Calan eine Lehre als Schneider. «Aber das war kein Beruf, der mich genug herausforderte.» Er sei nämlich schon als Jugendlicher von Anfang an an den neuartigen Computern interessiert gewesen. Er habe mit einem Commodore 64 angefangen. Damals bestand ein Computer aus einem Gehäuse mit integrierter Tastatur und einem Bildschirm, der bloss Textzeilen darstellte. Als Calan merkte, dass der Markt für Computer in der Schweiz praktisch unerschlossen war, gründete er kurzerhand eine Firma: Microstar Computer.

Computer für 10 000 Franken

Im Jahr 1990 war der Computer eine Weltneuheit: «Ich habe die Computer im Schaufenster ausgestellt und die Passanten wollten sie sofort ausprobieren», erzählt Calan. Seit der Firmengründung habe er alle Prospekte beiseite gelegt, damit er sie eines Tages anschauen und vergleichen könne. Er lacht, als er den ältesten Werbeprospekt sieht: «Damals habe ich einen Computer für 10 000 Franken verkauft. Heute wäre das unvorstellbar.» Calan erklärt zudem, dass Computer in den 90er-Jahren meist zur Adressverwaltung und Textverarbeitung dienten – und trotzdem kosteten sie mindestens 6000 Franken. «Wenn man das mit dem heutigen Preis-Leistungs-Verhältnis vergleicht, ist das surreal.»

Konkurrenz der Grosshändler

Gabriel Calan erzählt, dass bis zur Jahrtausendwende die Nachfrage nach Computern stetig gestiegen sei: «Zeitweise hatte ich bis zu fünf Filialen im Kanton.» Nebst Hardware verkaufte er auch Software und Systeme für Private und Unternehmen. Die Waren importierte er aus den USA und Taiwan. Zweimal im Jahr machte er eine Bestellung und bekam jeweils einen ganzen Container. «Mittlerweile ist das so: Der Kunde bestellt heute und möchte die Ware morgen.» Zweimal im Jahr zu bestellen, das würde schon wegen des andauernden technischen Fortschritts nicht mehr funktionieren.

Seit 2005 sei der Computermarkt sehr gesättigt, sagt Calan. Einerseits könnten Kunden im Internet bei vielen Anbietern selbst bestellen. Anderseits würden Grosshändler, wie beispielsweise Mediamarkt, die kleineren Geschäfte verdrängen. «Wir sind eine der wenigen Geschäfte, die bis heute überlebt haben, und das nur, weil meine Kunden kompetente und ehrliche Dienstleistungen wertschätzen.»

Warum das Fachgeschäft Microstar in Zeiten von Internet und Grosshändlern so gut über die Runden kommt, dafür kennt Calan viele Gründe. «Unser Ziel ist es nicht, schnell zu expandieren, sondern unseren Kundenstamm zu betreuen.» Zudem liege der Schwerpunkt heute auf Support und Service und nicht wie früher auf dem Verkauf.

Um den Stammkunden zu danken, lädt das Microstar-Team morgen Samstag, 10 bis 16 Uhr, zum Jubiläum an der Fürstenlandstrasse 158 ein.