Alles dreht sich im Kreis

Karussells, Autoscooter, Schaukeln und sogar eine Zeitmaschine: Die Auswahl an Bahnen am Offa-Jahrmarkt ist gross. Ein adrenalingeladener Rundgang fördert die spektakulärste Anlage mit der rasantesten Fahrt zutage.

Kathrin Reimann
Drucken
Teilen
Bei der «Big Flight»-Bahn hilft nur noch Händchenhalten.

Bei der «Big Flight»-Bahn hilft nur noch Händchenhalten.

Kaum ist die Mittagsruhe zu Ende geht es los am Offa-Jahrmarkt: Pop-Songs und Technobeats dröhnen aus Boxen, dazu die Stimme der Betreiber: «Wollt ihr schneller? Wollt ihr höher? Eure letzte Chance!» Dann das Gekreische der Fahrgäste, die bleich oder lachend, immer zerzaust und manchmal ohne Schuhe aussteigen. Die Bahnen am Jahrmarkt sind mit Sicherheit eine Attraktion. Einige davon schlagen richtig auf den Magen, wie der Selbstversuch zeigt.

Kreischende Teenies

Verschiedenste Karussells, die Riesenrutsche oder die Zeitmaschine versprechen Spass für die Kleinen. Bahnen für Ältere sind spärlich gesät, eine davon ist, laut Betreiber Ramon Buser, die «Top Spin». Wer grösser ist als 130 Zentimeter, darf sich während drei Minuten kräftig herumschaukeln lassen und kommt dabei in gefährliche Nähe des bahneigenen Springbrunnens.

«Junge Mädchen lieben die Bahn», sagt Buser, der die «Top Spin» als eine der krassesten des «Jömess» bezeichnet. Kreischende Teenies hat es auch auf der «Freestyle»-Bahn neben dem «Hadwig». Gleich zwei davon verlieren während der rasanten Fahrt im Kreis ihre Schuhe. «Die ist nicht krass, für Kinder ist es lustig, für Erwachsene angenehm», beschwichtigt Peter Berger, der die Jetons herausgibt.

Ein flaues Gefühl in der Magengegend hinterlässt die Bahn aber schon, dafür kann man, wenn auch nur kurz, eine schöne Aussicht über das Olma-Gelände geniessen.

Drehung in alle Richtungen

Michelle Haltiner (16) und Corina Bollhalder (17) haben fast alle Bahnen ausprobiert. «Am stärksten fährt <Big Flight> ein», finden die Expertinnen. Vorher empfehlen sie aber eine Fahrt auf der «Insider», von der sie eben abgestiegen sind. Die sehe zwar harmlos aus, sei aber recht derb.

«Meine ist die Extremste», bestätigt dann auch «Insider»-Betreiber Louis Zanolla. Dies, weil nur seine Bahn in alle Richtungen drehe und den Körper am stärksten in den Sitz drücke. Die dynamische Fahrt in den Spaceshuttles kitzelt die Nerven, beansprucht Kopf und Nacken und erweist sich, bis jetzt, als die beeindruckendste.

Die Härte unter den Bahnen

Die lautesten Schreie und die meisten Gaffer hat die «Big-Flight-Bahn». Auf einem Bänkli daneben sitzen erschöpft und mit blutleeren Gesichtern Timo und Chantal, die eben eine Fahrt mit der monströsen Bahn hinter sich haben: «Das ist die Härte, keine Ahnung wo der Magen jetzt ist», sagen sie. Richtig durchgeschüttelt habe es sie und die Drehungen, Schwenker und die Geschwindigkeit sei richtig fies. Wer über eins vierzig gross ist, darf sich in haarsträubendem Tempo herumwirbeln lassen.

Der Adrenalin-Kick ist enorm, man sieht das Museumsquartier aus der Vogelperspektive und rast dann auf das Hadwig zu. Dazu dreht sich das Wägelchen, als hätte es eine Schraube locker. Ein junger Mitfahrer bemerkt dann auch stolz: «Ich habe nicht einmal gekotzt.»

Die «Freestyle»-Bahn bringt vor allem Junge zum Schreien.

Die «Freestyle»-Bahn bringt vor allem Junge zum Schreien.

Die «Top Spin»-Bahn reisst kurz vor dem Springbrunnen einen Stop. (Bilder: Ralph Ribi)

Die «Top Spin»-Bahn reisst kurz vor dem Springbrunnen einen Stop. (Bilder: Ralph Ribi)

Aktuelle Nachrichten