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Alle wollen Grün auf Wartensee

RORSCHACHERBERG. In Grünzonen eine private Nutzung des Schlosses ermöglichen oder Bauland im Park beibehalten – darüber entscheiden Bürger bei der Wartensee-Abstimmung. Grünzone und öffentliches Schloss gibt es nur gegen Geld, zeigt der Infoabend.
Fritz Bichsel

«Auch wir wollen Grünzonen, aber das Schloss soll öffentlich bleiben», sagt am Schluss Ruth Gerig aus Rorschach, die intensiv beteiligt war am Referendum zu Wartensee in Rorschacherberg. Von den Rorschacherbergern im Komitee antwortet niemand auf Fragen und Bemerkungen von Bürgern.

Wie zuvor der Kirchenrat wundern sich am Informationsabend der Gemeinde Bürger über das Referendum: «Wollen die Gegner, dass jemand Wartensee kauft, der im Park baut?» – «Ich verstehe die Welt nicht mehr. Warum kämpft diese Gruppe plötzlich gegen Grünzonen?» Ein weiterer Bürger und eine Bürgerin sagen, im Unterschied zu einigen anderen Bauten oder Zonen in der Gemeinde sei der Antrag des Gemeinderates für Wartensee eine gute Lösung.

Das Komitee sammelte Unterschriften für eine Abstimmung mit dem Argument, es wolle den Verkauf des Schlosses an eine Bank und damit eine Privatisierung verhindern. Aber die Saxobank hat ihr Kaufangebot inzwischen zurückgezogen. Und die Bürgerschaft kann nicht bestimmen, wer kaufen darf. Zur Abstimmung steht am 11. März die Zone. Ein Ja heisst, dass Schloss Wartensee und sein Park gemäss Antrag des Gemeinderates in Grünzonen umgeteilt werden, was das Bauen stark einschränkt (siehe Kasten), aber die Nutzungsmöglichkeiten erweitert. Ein Nein heisst, dass Wartensee in der Bauzone für öffentliche Anlagen bleibt, womit das Schloss nur für öffentlich Zwecke genutzt, aber ein Teil des Parks überbaut werden darf.

«Ein Schloss rentiert nicht»

Gemeindepräsident Beat Hirs erläutert Gutachten und Anträge des Gemeinderates (Tagblatt vom 4. Februar) für Grünzonen auf Wartensee. Und nennt als Hauptgrund die finanzielle Situation. Die Evangelische Kirche des Kantons verkaufe Wartensee, weil Unterhalt und Betrieb des Schlosses Defizite verursachen. Das würde sich mit einer anderen öffentlichen Nutzung des Schlosses nicht ändern; ein kostendeckender Betrieb wäre erst mit zusätzlichen Neubauten denkbar. Das Schloss erhalten und auf das Bauland verzichten könne nur ein Mäzen. «Ein Schloss muss man vermögen, denn es rentiert nicht.» Pfarrer Dölf Weder legt als Präsident des Kirchenrates nochmals dar, dass die Kirche die Defizite für das nur noch zu knapp zwanzig Prozent kirchlich genutzte Schloss nicht mehr tragen will, aber ein grünes Wartensee hinterlassen möchte. Zum Entscheid der Bürger über Grünzonen oder öffentliche Bauzone gebe sie keine Empfehlung ab. Was für die Kirche vorteilhafter wäre, werde sich erst beim Verkauf zeigen.

Gemeinde und Kanton sagen ab

Der Eigentümerin das Bauland wegnehmen und sie trotzdem verpflichten, das Schloss für öffentliche Zwecke zur Verfügung zu stellen, geht nicht. Das bestätigt der vom Gemeinderat zugezogene Baujurist: Das müsste entschädigt werden. Eine Alternative wäre der Kauf durch eine öffentliche Körperschaft. Beat Hirs sagt, ein Schloss sei keine Gemeindeaufgabe und gegen 15 Mio. Franken sowie Betriebsdefizite wären nicht mehrheitsfähig. Gemeinderätin Monika Lehmann sagt, dass sie als Kantonsrätin die Nutzung von Wartensee durch den Kanton anregte – von Psychiatrischer Klinik bis Schule –, Regierungsräte aber absagten. Der Kanton habe dafür kein Geld.

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