Alle 50 Jahre ein neues Strassennetz

Gut 45 Millionen Franken will die Stadt bis 2016 für Kanal-, Strassen- und Leitungssanierungen ausgeben. Für die Arbeitsplanung und die Kostenberechnung wird weit in die Zukunft geblickt.

Ralf Streule
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Für Leitungssanierungen wie diese an der Rorschacher Strasse bestellt die Stadt Rahmenkredite für vier Jahre. (Archivbild: Ralph Ribi)

Für Leitungssanierungen wie diese an der Rorschacher Strasse bestellt die Stadt Rahmenkredite für vier Jahre. (Archivbild: Ralph Ribi)

Am längsten hält die Kanalisation. Über 120 Jahre dürften gemäss Berechnungen der Stadt verstreichen, bis das gesamte unterirdische, 280 Kilometer lange Netz saniert ist. Das Erdgas- und Wassernetz hat eine Lebensdauer von rund 70 Jahren, Strassen müssen 50 Jahre überdauern. Diese Angaben gehen aus einer Vorlage hervor, über die das Stadtparlament voraussichtlich in der kommenden Sitzung von Ende August beraten wird. Darin geht es um den Rahmenkredit für städtische Sanierungsarbeiten von 2013 bis 2016. Die Lebensdauer der einzelnen Netze dient als Berechnungsgrundlage für diese Kredite, die – da wiederkehrend – in der Regel im Parlament unumstritten sind.

Billiger als in den letzten Jahren

Für die kommende Legislatur beantragt die Stadt einen Rahmenkredit von 13 Millionen Franke für Kanalsanierungen, für die Erdgasversorgung 8,2 Millionen, für die Wasserversorgung 11,5 Millionen und für Strassensanierungen 14 Millionen Franken. Gemäss Vorlage beruhen diese Beträge auf Erfahrungen aus den vergangenen acht Jahren.

Die Kredite liegen teilweise unter denjenigen der Legislatur 2009–2012. Bei der Kanalsanierung könnten aufgrund der «städtischen Gesamtkoordination» nicht mehr gleich viele Objekte saniert werden wie in den vergangenen vier Jahren. Was sich aber verantworten lasse, da 90 Prozent der Kanäle in «gutem bis sehr gutem» Zustand seien. Bei den Erdgas- und Wassernetz-Sanierungen sei aufgrund langjähriger Erfahrung eine Senkung des Kredits möglich.

Der Kredit für die Sanierung der Elektrizitätsversorgung wird erstmals nicht in einem Rahmenkredit für die gesamte Legislatur, sondern jährlich festgelegt. Dies habe unter anderem damit zu tun, dass der Sanierungsbedarf derzeit stark vorangetrieben werden müsse und der Bau des Glasfasernetzes mit den Sanierungen zusammenfalle.

«Aufwand ist kleiner geworden»

Vor 2001 waren Sanierungsprogramme nicht über einen grossen Rahmenkredit vom Parlament gesprochen worden. Vielmehr wurden kleinere Projekte von den zuständigen Ämtern einzeln beantragt. Das Verfahren mit Rahmenkrediten sei weiterhin sinnvoll, schreibt die Stadt in der Vorlage. Der administrative Aufwand sei kleiner, das «Beschlussfassungsverfahren straff und einfach». Kreditfreigaben könnten heute «rasch und flexibel» beim Stadtrat beantragt werden, was die Arbeit erleichtere. Die Kontrolle gehe dennoch nicht verloren: Dem Stadtparlament werde im jährlichen Geschäftsbericht Rechenschaft über die Sanierungsarbeiten abgelegt.