Albaner war mit falschem Pass unterwegs

Um seiner Familie ein besseres Leben zu bieten, versuchte ein 37jähriger Albaner in der Schweiz mit illegalen Geschäften Geld zu verdienen. Das Vorhaben endete im Gefängnis. Gestern wurde der Fall vor Kreisgericht verhandelt.

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Um seiner Familie ein besseres Leben zu bieten, versuchte ein 37jähriger Albaner in der Schweiz mit illegalen Geschäften Geld zu verdienen. Das Vorhaben endete im Gefängnis. Gestern wurde der Fall vor Kreisgericht verhandelt. Nach fünf Monaten Sicherheitshaft wolle er nur noch zu seiner Familie zurückkehren, erklärte der zweifache Vater vor Schranken. Er habe alles nur für seine beiden Töchter gemacht.

Möbel und Drogen verkauft

Der Mann reiste Anfang April ohne gültige Papiere in die Schweiz ein. Zunächst verkaufte er in Rorschach alte Möbel. Von Mitte April bis zu seiner Festnahme am 5. Juli nahm er von einem Dealer 375 Gramm eines Heroin-Gemisches an, um es in der Region St. Gallen an zehn Abnehmer zu verkaufen. Für fünf Gramm soll der Beschuldigte 150 Franken bezahlt haben. Beim Weiterverkauf verlangte er 180 Franken. Bei einer Polizeikontrolle wies er sich mit einem gefälschten tschechischen Pass aus. Er wurde darauf verhaftet und in Sicherheitshaft gesetzt.

Abgekürztes Verfahren

Die Staatsanwaltschaft klagte den Beschuldigten wegen Verbrechen gegen das Betäubungsmittelgesetz, Fälschung von Ausweisen, rechtswidriger Einreise, rechtswidrigem Aufenthalt und Erwerbstätigkeit ohne Bewilligung an. Im Einverständnis mit dem Beschuldigten und seinem Pflichtverteidiger eröffnete sie die Anklage im abgekürzten Verfahren und forderte eine bedingte Freiheitsstrafe von 18 Monaten mit zweijähriger Probezeit. Der 37jährige Familienvater gab alle ihm vorgeworfenen Straftaten zu. Es sei das erste und letzte Mal gewesen, dass er in so eine Sache gerate, beteuerte er vor Gericht. Er sei in die Schweiz gekommen, ohne zu wissen, wie das Leben hier ablaufe. Über den Aufenthalt im Gefängnis könne er sich nicht beklagen. Physisch gehe es ihm gut. In Sicherheitshaft gebe es aber keine Möglichkeit, mit jemandem aus der Heimat zu telefonieren. Er wolle jetzt so schnell als möglich zu seinen Kindern zurück.

Ausschaffung steht bevor

Das Kreisgericht St. Gallen beurteilte die Anklage im abgekürzten Verfahren als korrekt durchgeführt und erhob die Anträge der Staatsanwaltschaft zum Urteil. Die Verfahrenskosten von rund 15 000 Franken werden dem Beschuldigten auferlegt. Die Kosten für Untersuchungs- und Sicherheitshaft trägt der Staat. Der Mann soll in den nächsten Tagen ausgeschafft werden. (cis)

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