Alarm bei der Feuerwehr

Die Feuerwehren der Schweiz suchen dringend Nachwuchs. Auch in der Region Rorschach sind Neumitglieder gefragt. Vor einem akuten Personalproblem stehen die Feuerwehren aber nicht. Dazu sind sie zu fleissig auf der Suche.

Damian Zellweger
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Unfallrettung: Auch wenn es nicht lodert und brennt, ist die Feuerwehr im Einsatz – oder probt für den Ernstfall mit alten Autos. (Bild: pd)

Unfallrettung: Auch wenn es nicht lodert und brennt, ist die Feuerwehr im Einsatz – oder probt für den Ernstfall mit alten Autos. (Bild: pd)

REGION RORSCHACH. Viele Buben träumen davon, eines Tages Feuerwehrmann zu werden. Ein Wunsch, der sich im Laufe der Jahre aber zusehends verflüchtigt. So erstaunt es nicht, dass die Feuerwehren immer mehr mit Nachwuchsproblemen zu kämpfen haben.

Mund-zu-Mund-Propaganda

In den Feuerwehren der Region ist die Situation noch nicht prekär. «Wir haben kein akutes Problem», sagt Edgar Kohlbrenner, Kommandant der Feuerwehr Rorschacherberg. «Bisher konnten wir noch jedes Jahr genügend Neulinge rekrutieren.» Vier bis acht Neue seien das jeweils. Gefunden werde der Nachwuchs dank Mund-zu-Mund-Propaganda. Bei Übungen komme man immer wieder mit Interessierten ins Gespräch, und die Mitglieder seien auch innerhalb ihres Freundeskreises auf der Suche. «Bisher hat das gereicht. Wir mussten noch nie Briefe verschicken und bestimmte Jahrgänge anschreiben», sagt Kohlbrenner.

Insgesamt zählt die Feuerwehr Rorschacherberg einen Bestand von 54 Feuerwehrmännern und -frauen. «Der Soll-Bestand, den uns der Kanton vorschreibt, beträgt zwar nur 50 Leute», sagt Edgar Kohlbrenner. «Da viele tagsüber auswärts arbeiten, ist es mir aber wohler, wenn wir einige mehr sind.»

Neuzuzüger anschreiben

Auch die Feuerwehr Tübach hat noch keine Nachwuchssorgen. «Natürlich sind wir aber immer froh um jedes neue Gesicht», sagt Zugführer Philipp Stäuble. Neue Mitglieder seien nicht einfach zu finden. «Wir kontaktieren die Neuzuzüger per Brief oder direkt am Neuzuzügerapéro.» Eine Pauschalwerbung sei nicht sinnvoll, man spreche die Leute darum direkt an.

Weniger rosig sieht es in Steinach aus. «Momentan sind wir 43 Leute», sagt Vizekommandant Stefano Manni. «Unser Ziel ist es, den Bestand auf 50 bis 55 hochzutreiben.» Um dies zu erreichen, habe man Aktionen lanciert. «Wir sind bei Gewerbeausstellungen aufgetreten und haben im Gemeindeblättli inseriert.» Ausserdem sei man in diesem Jahr auch mit einem Stand an der Weihnachtsausstellung vertreten.

Auch die Feuerwehr Goldach plagen Nachwuchssorgen. Während im vergangenen Jahr noch acht neue Feuerwehrleute gefunden wurden, waren es 2011 deren nur gerade zwei. «Wir brauchen aber durchschnittlich aber mindestens fünf neue Mitglieder jährlich, um unseren Bestand halten zu können», sagt Kommandant Daniel Lambert.

Die Feuerwehr Rorschach hat ebenfalls Schwierigkeiten, den Bestand von knapp 70 Leuten zu halten. «Wir haben immer wieder Abgänge, weil die jungen Feuerwehrler den Wohnsitz wechseln oder eine Weiterbildung machen», erklärt Kurt Reich, Kommandant der Feuerwehr Rorschach. «Diese hinterlassen Lücken, die sich nur schwer schliessen lassen.» Es dauere nämlich zwei bis drei Jahre, bis ein neuer Feuerwehrmann den Verlust eines erfahrenen Abgängers ausgleichen könne.

Belastbar und fit

In den Feuerwehren willkommen sind Männer und Frauen ab 18 Jahren ohne körperliche Beschwerden. «Man muss belastbar und fit sein», sagt Stefano Manni. «Ein Atemschutzgerät ist bei der Feuerwehr gang und gäbe. Platzangst ist darum auch nicht ideal.» Ausserdem müsse man Einsatz zeigen und Freude an der Herausforderung haben. Auch bei der Feuerwehr Rorschacherberg ist gute Gesundheit eine Grundvoraussetzung. «Neulinge müssen einen ärztlichen Untersuch machen», sagt Edgar Kohlbrenner.

Personen aller Berufsgattungen könnten in die Feuerwehren eintreten, sagt Stefano Manni. «Vom Versicherungsagenten über den Bauern bis zum Elektriker sind alle bei uns dabei.»