«Agenturen sind besser als Poststellen»

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Schliessungen Drei Poststellen auf Stadtgebiet werden überprüft. Das heisst: Sie könnten bald aufgelöst werden. Dieses Schicksal haben andere Quartiere bereits miterleben müssen. So etwa Rotmonten, wo die Postfiliale ihre Türen bereits 2002 geschlossen hat. Im Riethüsli und in St. Georgen folgte dieser Schritt dann 2014. Die Pläne der Post lösten jeweils einen Aufschrei in den Quartieren aus. Doch im Nachhinein ist alles halb so schlimm. Zumindest wenn es nach den Quartiervereinspräsidenten geht. «Ich finde die Lösung mit der Postagentur in der Bäckerei Schwyter sogar besser als vorher mit der herkömmlichen Poststelle», sagt Hannes Kundert, Präsident des Quartiervereins Riethüsli. Seit der Schliessung habe er keine negativen Stimmen gehört. Als grossen Vorteil sieht er die Öffnungszeiten. «Die Agentur hat täglich von 6.30 bis 18.30 Uhr offen.» Die Poststelle, die bis 2014 im Riethüsli betrieben wurde, habe die Türen später geöffnet und früher wieder geschlossen. Doch es gebe einen Nachteil: «In der Agentur könne man kein Bargeld abheben und keine Finanzgeschäfte abwickeln.» Jedoch gebe es im Quartier immerhin noch einen Postomaten.

In St. Georgen fehlt ein Postomat

In St. Georgen wurde die Poststelle im gleichen Jahr wie im Riethüsli geschlossen. Und auch in St. Georgen haben sich die Quartierbewohner längst an die Postagentur im Maxi-Markt gewöhnt. «Die Aufregung war gross, wir haben lange für den Erhalt der Poststelle gekämpft», erinnert sich Andreas Rechberger, Präsident des Quartiervereins St. Georgen. Negative Rückmeldungen hätten ihn seither jedoch kaum mehr erreicht. Viele Leute würden die längeren Öffnungszeiten schätzen. «Jedoch gibt es hier eine Vakanz im Finanzbereich.» In St. Georgen fehlt im Gegenteil zum Riethüsli ein Postomat. «Es hiess einmal, dass einer installiert wird. Doch bisher warten wir vergebens», sagt Rechberger.

Die Leute organisieren sich anderweitig

Weder eine Agentur noch eine Poststelle gibt es in Rotmonten. Jedoch hält sich auch in diesem Quartier die Enttäuschung darob in Grenzen. «Die Leute haben sich anderweitig organisiert», sagt Quartiersvereinspräsident Gerold Schneider. Die nächste Poststelle sei ja nicht sehr weit entfernt und die Busverbindung gut.

Christoph Renn

christoph.renn

@tagblatt.ch