AFG ARENA/FCSG: Weiter Gegenwind für Rettungspaket

ST.GALLEN. Der Dachverband 1879 ist auch nach Offenlegung der Zahlen der Betriebs AG AFG Arena gegen die vorgelegten Rettungspläne. Die Fanvertreter schreiben von Versagen und Entmachtung der Aktionäre.

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Thema Nummer 1: Das mögliche finanzielle Aus für die AFG Arena. (Bild: Urs Jaudas)

Thema Nummer 1: Das mögliche finanzielle Aus für die AFG Arena. (Bild: Urs Jaudas)

«Rettungspaket noch immer untragbar»: Diesen Titel trägt ein Communiqué des Dachverbandes 1879, einer Vereinigung von Menschen, denen eine aktive FC St.Gallen-Fanszene ein Anliegen ist. Mit den am Dienstag präsentierten Zahlen versuchen die Verantwortlichen nach Ansicht des Dachverbandes vergeblich, die Legitimation der Verantwortlichen zu retten. Dabei vergesse man die weiteren inakzeptablen Punkte des Rettungspaketes.

«Konsequenzen ziehen»
Die Zahlen der Betriebs AG AFG Arena (BAG) zeigen nach Ansicht des Dachverbandes vor allem eins: Der FCSG ist in Gefahr, weil in der Bauphase für eine eher knappe Nachfrage ein Überangebot an Logen in die Pläne integriert wurde. «Wer Ausgaben tätigt, die er sich nicht leisten kann, und wer nicht fähig ist, die resultierenden Schulden abzubauen, der hat versagt», stellt der Dachverband fest. Eine schwarze Null im operativen Geschäft dürfe nicht darüber hinwegtäuschen, dass falsch geplant worden sei. Laut Dachverband müssen jetzt Konsequenzen gezogen werden. «Auf Versprechungen, dass personelle Veränderungen folgen werden, verlassen wir uns nicht», hält er fest.

«Aktionäre werden entmachtet»
Ebenso inakzeptabel ist nach Auffassung des Dachverbandes die neue Struktur. Anstatt endlich für eine Vereinfachung zu sorgen, werde ein sogar noch schlechteres Konstrukt vorgeschlagen. «Die BAG wird zur FCSG Event AG und erhält die Mehrheit an der FCSG AG. Es hilft wenig, wenn die FCSG AG erhalten bleibt, weil man die über 8000 Publikumsaktionäre nicht verlieren will», schreibt der Dachverband. Wenn das Fussballgeschäft faktisch von der Event AG geführt werde, hätten einige wenige Investoren das Sagen, und die FCSG-Aktionäre seien entmachtet. Als unbegreiflich tituliert es der Dachverband, dass die Rettung der AGs auf dem Buckel der Fans vollzogen werden solle.

«Weder zielführend noch verhältnismässig»
Auch an der jüngsten Medienkonferenz wurde auf die Sicherheitskosten als eine Ursache für die Misere verwiesen. «Es kann nicht sein, dass man sich mit Verweis auf gesellschaftliche Veränderungen aus der Verantwortung ziehen will», hält der Dachverband fest. Ein ähnliches Problem stelle sich mit der im Rettungspaket enthaltenen Verpflichtung der aktiven Teilnahme des FCSG an der «Policy gegen Gewalt im Sport». «Diese von Politikerinnen und Politikern, die sich mit der Materie nicht im Geringsten auskennen, ausgearbeiteten Richtlinien enthalten Massnahmen, die weder zielführend noch verhältnismässig sind», so der Dachverband. Mit der Umsetzung dieser Policy lege man einer sinnvollen Fanarbeit in St.Gallen Steine in den Weg, die schwierig wegzuräumen seien.

Kein Meinungsumschwung
«Der DV1879 sieht auch nach der Offenlegung der BAG-Zahlen keinen Grund, das Rettungspaket zu
unterstützen», fasst der Dachverband zusammen. Er wünsche sich einen finanziell gesunden und sportlich erfolgreichen FCSG. «Wir sind aber nicht bereit, für eine kurzfristige Besserung so viele nicht rückgängig zu machende Nachteile in
Kauf zu nehmen, nur um dann in zwei Jahren wieder am gleichen Ort angelangt zu sein.» (pd/dwa)