Aerni AG macht noch mehr Dampf

WALDKIRCH. Seit 50 Jahren baut und repariert die Aerni AG in Waldkirch Dampfkesselanlagen. Die Geschäftsfelder der Firma sind über all die Jahre vielfältiger geworden. Auch im Jubiläumsjahr kann die Aerni AG ihren Wachstumskurs halten.

Sebastian Schneider
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Schweissen mit höchsten Ansprüchen: Geschäftsführer Hansjörg Müller in der Werkstatt der Aerni AG. (Bild: Michel Canonica)

Schweissen mit höchsten Ansprüchen: Geschäftsführer Hansjörg Müller in der Werkstatt der Aerni AG. (Bild: Michel Canonica)

Futtersilos, Rohrleitungen, Dampfkesselanlagen, Maschinenteile oder Fütterungsanlagen für Schweine. Die Aerni AG in Waldkirch bietet zahlreiche Produkte und Dienstleistungen in verschiedenen Bereichen an. In diesem Jahr feiert die Firma ihr 50jähriges Bestehen.

Moderater Wachstumskurs

Unter anderem dank guter Geschäftslage konnte der Maschinen- und Anlagebauer im vergangenen Jahr den Personalbestand von 35 auf rund 40 Mitarbeiter aufstocken und die Produktionsfläche erweitern. Ein Teil, das Erdgeschoss der zusätzlichen Halle, steht zwar noch leer. Wie es künftig genutzt wird, werde noch besprochen, sagt Geschäftsführer Hansjörg Müller.

Die Aerni AG hat eine Fertigung mit sieben CNC-Anlagen, wo unter anderem Werkstücke für Ostschweizer Maschinenbauer hergestellt werden. Dieser Bereich macht etwa 30 Prozent des Umsatzes aus. Zwei weitere wichtige Standbeine der Aerni AG sind Dampfkesselanlagen, vornehmlich für die Lebensmittelindustrie, sowie Fütterungsanlagen für Schweine. Aufgrund der drei Geschäftsfelder stammen die Kunden aus ganz unterschiedlichen Branchen. Nicht nur aus der Landwirtschaft und Lebensmittelindustrie, sondern auch aus der Chemie- und Textilindustrie, der Hotellerie oder der Schienenfahrzeugindustrie. Brauereien sind ebenso Kunden wie Wäschereien, Käsereien oder Ziegeleien. «Heissdampf ist ein sehr guter Energieträger», weiss Müller. Er werde in vielen Betrieben zum Erhitzen von Anlagen gebraucht.

Start im Landwirtschaftsbereich

Dass die Aerni AG heute in drei auf den ersten Blick ziemlich unterschiedliche Bereiche gegliedert ist, hat mit dem Ursprung der Firma zu tun. Gründer Emil Aerni begann in den 1960er-Jahren, Dampfkesselanlagen in Käsereien zu reparieren. 1967, zwei Jahre nach der Gründung der Einzelfirma, verkaufte er den ersten Dampfkessel an die Käserei Hauptwil. Beim Montieren oder Reparieren vor Ort stellte Aerni fest, dass den Käsereien oftmals auch Schweinemasten angegliedert waren, wie Hansjörg Müller, der seit 15 Jahren die Geschicke der Firma leitet, erklärt. Seinem Vorgänger sei dadurch die Idee gekommen, Fütterungsanlagen für Schweine herzustellen. Was laut Müller mit einfachen Kesseln und Mischbehältern begann, entwickelte sich weiter zu den heutigen Anlagen, die computergesteuert sind.

Die Aerni AG bietet auch Futtersilos an. Neu will sie vermehrt auch solche für Kühe verkaufen. Im Bereich Agrartechnik wittert Müller Wachstumspotenzial. Die gute Marktposition soll ihm in die Karten spielen: «Wir sind die einzige Firma der Schweiz, die im Bereich Fütterungsanlagen seit 50 Jahren tätig ist.» Um auch Kunden aus dem Welschland zu bedienen, habe man im Kanton Fribourg eine Niederlassung.

Wichtige Zertifikate

Die Firma profitiert laut Müller von der 50 Jahre lang gesammelten Erfahrung, die auch zu einer guten Vernetzung geführt hat. Entscheidend für den Erfolg seien aber vor allem die guten Mitarbeiter. «Unsere Anlagenbauer müssen beste Arbeit verrichten», sagt Müller. Denn in den Dampfkesseln, wo Wasser teilweise auf über 200 Grad erhitzt wird, entsteht enormer Druck. Dadurch brauche es einwandfreie Schweissnähte, die von externen Firmen geprüft werden. Zudem habe sich die Firma in verschiedenen Bereichen zertifizieren müssen.

Auch wenn die Firma eine gewisse Grösse erreicht hat, ist Müller der Zusammenhalt der Mitarbeiter wichtig. Nicht zuletzt darum habe man im September das Firmenjubiläum mit Kunden und Mitarbeitern ausgiebig gefeiert.