Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

ÄRGER: Streit im Seebus: Jetzt spricht der Chauffeur

Nach dem Zwischenfall in einem Seebus in Rorschacherberg mit Polizeieinsatz meldet sich Bus-Chauffeur Rainer Löwen zu Wort. Er habe sich nicht über ein Kind genervt: «Ein Fahrgast hat mir Prügel angedroht.»
Immer wieder auf den Stop-Knopf gedrückt: Leserinnen und Leser haben für die Reaktion es Chauffeurs Verständnis. (Bild: Rudolf Hirtl)

Immer wieder auf den Stop-Knopf gedrückt: Leserinnen und Leser haben für die Reaktion es Chauffeurs Verständnis. (Bild: Rudolf Hirtl)

Ein Fahrgast sitzt mit einem Kleinkind im Seebus in Rorschacherberg. Das Kind drückt ständig die Stop-Taste. Der Chauffeur muss mehrmals anhalten, obwohl niemand aus- oder einsteigt. Als der Passagier schliesslich tatsächlich aussteigen will, hält der Chauffeur den Bus nicht an, schildert Hanspeter Krüsi, Mediensprecher der Kantonspolizei St. Gallen den Vorfall, der sich am Dienstag in Rorschacherberg abspielte. «Daraufhin kam es zu einer verbalen Auseinandersetzung», sagt Krüsi in der «Tagblatt»-Ausgabe von gestern.

Dass ein Kleinkind im Bus ständig die Stop-Taste gedrückt und damit den Busfahrer verärgert habe, stimme nicht, ärgert sich Chauffeur Rainer Löwen. Er sei beim Stadtbahnhof losgefahren, dann seien beim Pflegeheim einige Personen ausgestiegen. «Bei der Zelgstrasse hat niemand gedrückt, deshalb bin ich weitergefahren», sagt Löwen. Nach 100 Metern habe ein Fahrgast losgebrüllt, weil er nicht angehalten habe. Darauf hielt er an der nächsten Haltestelle an.

«Ich bin mit Leidenschaft Bus-Chauffeur»

Plötzlich sei ein Zweimeter-Riese vor ihm gestanden. Der englisch sprechende Mann habe ihm Schläge angedroht. Er wollte, dass er ihn zur Haltestelle zurückfahre. «Ich habe dem Mann erklärt, dass er nicht im Taxi sitze, sondern im Bus», sagt Löwen. Er habe daraufhin die Polizei alarmiert, weil er bedroht wurde und nach Eintreffen der Polizei hat Löwen der Leitstelle mitgeteilt, dass er 20 Minuten Verspätung habe. Ein Polizist bekam das Gespräch mit und sagte Löwen, er solle die Fahrt fortsetzen. «Der Mann hatte ein Kind dabei, dieses ist mir während der Fahrt aber nicht aufgefallen», sagt Löwen, der seit bald 30 Jahren Bus und Lastwagen fährt. «So etwas habe ich aber noch nie erlebt», sagt er. «Ich bin mit Leidenschaft Bus-Chauffeur.» Er sei beliebt und freundlich, helfe älteren Leuten beim Ein- und Aussteigen. Überhaupt würden alle Seebus-Chauffeure positive Rückmeldungen erhalten. Auch werde er in Rorschach stets freundlich gegrüsst. «Niemand konnte sich vorstellen, dass ich der genervte Buschauffeur gewesen sein soll.» Die kommenden zwei Tage hat Rainer Löwen frei. Darüber ist er sehr froh. «Das Erlebte hat mich psychisch sehr mitgenommen.»

Maria Kobler-Wyer

maria.kobler@tagblatt.ch

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.