ABWASSER: 6,7 Millionen Franken für neue Kanäle

Der Stadtrat beantragt dem Stadtparlament am Dienstag einen Kredit über 6,7 Millionen Franken für neue Abwasserleitungen in der Lachen.

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Das Gebiet Lachen wird im sogenannten Mischsystem entwässert. Das heisst: Sämtliches Abwasser aus den Häusern (Küche, Bad, WC) wird zusammen mit dem oberflächlich anfallenden Regenwasser von Dächern, Plätzen und Strassen in einem Kanal der zentralen Abwasserreinigungsanlage (ARA) zugeleitet. Im Kanalnetz sind Überlaufbauwerke eingebaut; das sind Regenbecken und Hochwasser-Entlastungen. Bei starkem Regen leiten diese Abwasser aus dem Kanalnetz in die Gewässer ein, damit die Mischwasserkanäle nicht überlastet werden und keine Rückstaubprobleme oder Schäden an den Liegenschaften entstehen. Die Sammelkanäle in der Zürcher Strasse und der Schönaustrasse führen das Abwasser dem Regenbecken und anschliessen der ARA Au zu. Bei Regen wird an verschiedenen Stellen das Abwasser über den Feldlibachkanal direkt in die Sitter entlassen. Von den insgesamt sieben Entlastungsbauwerken erfüllen gemäss stadträtlicher Vorlage lediglich deren zwei die Anforderungen des Gewässerschutzes. Die übrigen Entlastungen springen zu schnell und zu häufig an, wie es heisst. Bereits bei geringen Niederschlägen gelange so zu wenig stark verdünntes Schmutzwasser in die Sitter. Der Feldlibachkanal liegt in bis zu 60 Metern Tiefe unter der ehemaligen Deponie Waldau und befindet sich teilweise in einem schlechten baulichen Zustand. Untersuchungen und Risikoabschätzungen hätten gezeigt: Der Kanal sollte in Zukunft nicht für die Hochwasserentlastung genutzt werden.

Hochwasserentlastungen werden aufgehoben

Im Rahmen der Generellen Entwässerungsplanung (GEP) wurden gemäss Stadtrat verschiedene Varianten- und Machbarkeitsstudien für die gewässerschutzmässige Sanierung der Lachen erarbeitet. Das Sanierungskonzept sehe nun die Aufhebung aller Hochwasserentlastungen vor. Dadurch könne der Feldlibachkanal ausser Betrieb genommen werden. Das Abwasser aus dem Siedlungsgebiet soll künftig zum Regenbecken Rechenwald geleitet werden.

Für die neuen Leitungen in der Rechenstrasse beantragt der Stadtrat dem Parlament einen Verpflichtungskredit von fünf Millionen Franken. Die gesamte Kanalerneuerung beträgt 260 Meter; die Kanalsohle liegt 4,8 bis 8 Meter unter Terrain und weist ein Gefälle von 37 bis 260 Promille auf.

Für die Entlastungsleitung vom Regenbecken Rechenwald zur Sitter wird ein Verpflichtungskredit von 1,7 Millionen Franken beantragt. Hier beträgt die Kanallänge 230 Meter, die Kanalsohle ist weniger tief. (dwi)