ABTWIL: Neue Häuser auf dem Reissbrett

An bester Lage am Sonnenberg bietet die Gemeinde Gaiserwald Privaten Bauparzellen an. Vor dem Bau braucht es aber eine neue Strasse. Zudem ist noch eine unsichtbare Altlast im Weg.

Sebastian Schneider
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Gaiserwald spielt einen seiner letzten Trümpfe aus: Im Gebiet Hüslen sollen über zehn neue Einfamilienhäuser gebaut werden. (Bild: Claudio Heller)

Gaiserwald spielt einen seiner letzten Trümpfe aus: Im Gebiet Hüslen sollen über zehn neue Einfamilienhäuser gebaut werden. (Bild: Claudio Heller)

Sebastian Schneider

sebastian.schneider@tagblatt.ch

Südhang, Säntissicht, Stadtnähe. Abtwil hat als Wohnort gleich mehrere Trümpfe. Doch unendlich viel Bauland gibt es auch am Sonnenberg nicht. Und auch Gaiserwald hat wegen des nationalen Moratoriums, wonach keine neuen Flächen eingezont werden dürfen, immer weniger verfügbares Bauland. Die Wiese oberhalb der Vollmoosstrasse ist eine der letzten Parzellen auf Gemeindegebiet, die noch vor dem Mora­torium eingezont wurde. Sie ist auch die vorerst letzte neue Zone für Einfamlienhäuser in Abtwil. Das Bauland an dieser Lage soll nicht länger ungenutzt bleiben: Die Gemeinde will die Parzelle erschliessen. Entsprechende Pläne liegen seit einigen Tagen im Gemeindehaus auf. Die Einsprachefrist läuft am 12. Januar ab.

Mit den Tiefbauarbeiten wird ein Teil des Hüslenwegs aufgehoben, und es entsteht eine neue Strasse, die Obere Vollmoos-strasse. ­

Wie der Hüslenweg heute, wird die neue Strasse parallel zur Vollmoosstrasse verlaufen. Allerdings mit einem grösseren Abstand dazwischen, damit es zwischen den beiden Strassen Platz für fünf neue Häuser hat. Oberhalb der neuen Strassen werden gemäss Plan nochmals vier ­Häuser zu stehen kommen. «Für ­diese neun Häuser suchen wir Privatpersonen, die dort bauen wollen. Interessenten sind bereits vorhanden», sagt Andreas Kappler, Gemeinderatsschreiber von Gaiserwald. Richtlinien für den Bau habe man bereits festgelegt. Der Boden werde im Baurecht abgegeben.

In einer ersten Phase sollen aber zuerst vier Doppeleinfamilienhäuser entstehen, sie werden gemäss den Plänen im östlichen Teil der Parzelle gebaut. «Diese Überbauung haben wir aus­geschrieben», sagt Kappler. Bau­pläne dafür seien also bereits vorhanden, im Bewilligungsverfahren befänden sie sich aber noch nicht. Zuerst müsse die Erschlies­sung genehmigt werden. Bis anhin sind noch keine Einsprachen eingegangen, die Erschliessung könnte bereits in der ersten Hälfte des nächsten Jahres erfolgen.

Die Bagger waren bereits einmal da

Mit dem Bau der Doppeleinfamilienhäuser wird die Gemeinde gleich noch eine Altlast los. Im Untergrund befindet sich nämlich Abfall, also Aushubmaterial aus vergangenen Jahrzehnten. Der Ort ist gemäss Gaiserwalder Bauamt darum im Kataster der belasteten Standorte aufgeführt. Um herauszufinden, was sich unter dem Gras verbergen könnte, habe man mit Baggern Proben genommen, sagt Patrick Schmid vom Bauamt. Die Proben hätten zwar wichtige Hinweise gegeben, was aber alles noch zum Vorschein kommt, könne man im Voraus natürlich nicht sagen.

Mit dem Bau der Doppeleinfamilienhäuser können – abgesehen vom Kauf und Verkauf – zwei Fliegen mit einem Schlag getroffen werden: Die Gemeinde hat eine Altlast saniert, und der Bauherr hat bereits den Aushub für die Tiefgarage.