ABTWIL: Mit Schellengeläut ans Eidgenössische

Die «Nössler Jäger» nehmen den Weg ans Eidgenössische Scheller- und Trychlertreffen in Märstetten zu Fuss auf sich. Nach einem Kafi Luz beginnen die Männer die fünftägige Wanderung.

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Die «Nössler Jäger» machen sich mit ihrem eigens für die Pilgerreise ausgerüsteten Wagen auf den Weg nach Märstetten. (Bild: Hanspeter Schiess)

Die «Nössler Jäger» machen sich mit ihrem eigens für die Pilgerreise ausgerüsteten Wagen auf den Weg nach Märstetten. (Bild: Hanspeter Schiess)

Idyllisch und ruhig ist der Wald oberhalb von Abtwil an diesem Dienstagmorgen. Doch die acht Männer, die sich bei der Steinegg an ihrem Gründungsort versammelten, sind nicht immer so leise. Als «Nössler Jäger» machen sie mit ihren Schellen an Silvester oder an der Fasnacht gerne einen Heidenlärm. «Unsere Schellen sind besonders laut», erklärt Hansruedi Knupp, Chef der Truppe, stolz. Der Club hat keinen Vorstand und keinen Präsidenten, doch Knupp war bereits bei der Gründung im Jahr 2004 dabei und hat auch die Reise nach Märstetten im Kanton Thurgau organisiert.

Vier Tage arbeitsfrei

Die «Nössler Jäger» marschieren zum Eidgenössischen Scheller- und Trychlertreffen, das am Sonntag stattfindet. 134 Clubs und Vereine werden dort am Umzug teilnehmen. Die Abtwiler treten mit 25 Männern an. Acht Mitglieder der «Nössler Jäger» realisieren nun die bereits 2015 entstandene «Bieridee», zu Fuss nach Märstetten zu gehen. Die Schellen, die jeweils knapp zwölf Kilogramm wiegen, werden auf einem alten Holzwagen mitgeführt. «Das Rad vorne rechts ist etwas wurmstichig, wir hoffen, dass es 40 Kilometer aushält», lacht einer der Gruppe. «Wir führen sozusagen eine Werbefahrt fürs Eidgenössische durch», sagt Michael Baumann. Auf Geselligkeit und Kameradschaft wird bereits um 7.30 Uhr, vor dem Start der Wanderung, mit einem Kafi Luz angestossen.

Vier Ferientage haben sich die Männer genommen. «Die Pilgerreise ist eine einzigartige Gelegenheit, da das Eidgenössische dieses Jahr in der Region stattfindet», sagt Andreas Nicoletti. Zu weit wollen die «Nössler Jäger» nämlich nicht laufen, auf dem Weg soll genügend Zeit für Pausen oder spontane Konzerte bleiben. «Zum Glück geht es fast nur abwärts, der Wagen ist schwer», sagen sie und stillen ihren Durst mit einem Schluck Bier. (lin)