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ABTWIL: Kapitänswechsel im Säntispark

Radisson, Hilton, Hyatt, Säntispark: Diese Namen fallen unweigerlich im Gespräch mit Vera Wichmann und Roland Rhyner. Heute laden die Hoteliers zur Stabsübergabe. Pläne haben beide – an anderen Enden der Welt.
Corinne Allenspach
Bei einem Apéro mit geladenen Gästen ist heute Stabsübergabe im Hotel Säntispark. Vera Wichmann übergibt an Roland Rhyner. (Bild: Ralph Ribi)

Bei einem Apéro mit geladenen Gästen ist heute Stabsübergabe im Hotel Säntispark. Vera Wichmann übergibt an Roland Rhyner. (Bild: Ralph Ribi)

Corinne Allenspach

corinne.allenspach@tagblatt.ch

Fast auf den Tag vier Jahre sind es her, seit Vera Wichmann als «richtige» Hoteldirektorin im Säntispark angefangen hat. Zuvor war sie ein halbes Jahr quasi «eine Hoteldirektorin ohne Hotel, dafür mit Baustelle», wie sie augenzwinkernd sagt. Rund 40 Millionen Franken hat die Migros Ostschweiz 2014 in die Erweiterung des Hotels Säntispark mit 66 neuen Zimmern, Seminartrakt und einem Zentrum für Medizin und Sport investiert. Die Eröffnung wurde entsprechend gefeiert. Mit von der Partie als Gast war auch Roland Rhyner. Dass er eines Tages selber im Hotel Säntispark das Zepter übernehmen würde, wusste damals noch niemand. Rhyner führte zu dieser Zeit das Hotel Uzwil. Ab heute Donnerstag wird er offiziell die Nachfolge von Vera Wichmann übernehmen, denn die 42-Jährige zieht’s in die Ferne. Mit ihrem Mann, der ebenfalls Hotelier ist und in leitender Position im Säntispark arbeitet, geht sie für ein halbes Jahr auf Weltreise. Ein lang gehegter Traum, für dessen Erfüllung nun der richtige Zeitpunkt gekommen sei, sagt die 42-Jährige.

Ein Flair fürs Bodenständige und Menschennahe

Auch wenn es ihr nicht ganz leicht falle, die Hoteldirektion abzugeben, so könne sie sich doch auf ihre Reise freuen: «Es ist schön, das Zepter jemandem zu übergeben, den man bereits kennt und von dem man weiss, dass er gute Arbeit leistet.» Für Vera Wichmann waren die vergangenen Jahre mit Hoteleröffnung und Erweiterung sehr intensiv. «Ich habe gemerkt, dass es schwieriger ist, etwas Bestehendes zu erweitern als ein Hotel ganz neu aufzubauen», sagt sie. In ihrer Arbeit legte sie viel Wert aufs Bodenständige und Menschennahe und darauf, das Hotel zu einer noch beliebteren Adresse für die lokale Bevölkerung zu machen. Sei es mit der gemütlichen Bar, die regelmässig von Feierabendgruppen, Stammgästen und Vereinen aus dem Dorf besucht wird. Aber auch mit der Menuwahl in den Hotelrestaurants oder beim Garten vor dem Restaurant Schnabelweid. Er wird nicht als gestylter Vier-Sterne-Hotelgarten gepflegt, sondern als naturnaher Bauerngarten von einer Engelburger Hobbygärtnerin. Vera Wichmann sah sich selber stets als «Kapitänin auf dem Schiff, die nie das Ziel aus den Augen verlieren darf». Und das Hotel an sich als «Gesamtkunstwerk, in dem es sehr viele Möglichkeiten gibt zu gestalten». Aufs Gestalten freut sich auch Roland Rhyner. Er will auf die Grundstruktur des Hotelbetriebs aufbauen. «Das rund 90-köpfige Hotelteam hat eine sehr gute Basis geschaffen», lobt der 51-Jährige. Er dürfe einen gut geführten und funktionierenden Betrieb übernehmen mit hoher Gästezufriedenheit und teils langjährigen Abteilungsleitern.

Der Säntispark als Leuchtturm der Region

Rhyner hat das Hotelhandwerk von der Pike auf gelernt. Nach einer Kochlehre arbeitete er in namhaften Häusern wie dem Palace in Gstaad, dem Dolder Grand in Zürich, und im Walliserhof in Saas Fee war er die «rechte Hand» von Fernsehkoch Daniel Bumann. Später bildete er sich an der Hotelfachschule Thun weiter und sammelte unter anderem Erfahrung im Radisson Basel und bei der Hilton-Gruppe, für die er in der Schweiz und in Deutschland elf Jahre tätig war. Dass ihn sein Weg nun nach Uzwil erneut in die Ostschweiz führt und ausgerechnet in den Säntispark, freut den Wahl-Winterthurer besonders. Für ihn stimme einfach das Gesamtpaket. Das Hotel positioniere sich nicht über den Preis, sondern über die überdurchschnittliche Leistung. Trotzdem ist sich Rhyner bewusst, dass ein Gast in Zeiten von Airbnb und vielen anderen Übernachtungsmöglichkeiten hart umkämpft ist. «Ein Hotel ist nicht einfach ein Bett und ein Fernseher», sagt Rhyner. «Ein Hotel lebt mit seinen Gästen.» Sein Hauptziel sei es denn auch, den Markt zu bearbeiten, und die vier Gästesegmente des Hotels – Business, Freizeit, Sport und Medizin – weiter zu stärken. Vor allem im Bereich Freizeit sieht er grosses Potenzial. «Der Säntispark ist ein Leuchtturm in der Region.» Schliesslich sei die Freizeit- und Bäderwelt mit über einer Million Eintritten pro Jahr «die grösste Attraktion der Ostschweiz». Darauf lasse sich aufbauen.

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