ABTWIL: Hochwasserschutz erhöhen

Beim Säntispark werden neue Hochwasserschutzmassnahmen ergriffen. Bei einem Ernstfall soll das Wasser in den nahen Wiesenbach umgeleitet werden.

Perrine Woodtli
Drucken
Teilen
Die Arbeiter bauen die Stützmauern an der Ostseite des Säntisparks. Hierdurch soll das Wasser Richtung Bach fliessen. (Bild: Urs Bucher)

Die Arbeiter bauen die Stützmauern an der Ostseite des Säntisparks. Hierdurch soll das Wasser Richtung Bach fliessen. (Bild: Urs Bucher)

Perrine Woodtli

redaktiongo

@tagblatt.ch

Rund um den Säntispark haben Bauarbeiter derzeit alle Hände voll zu tun. An der Nord- und Ostseite des Gebäudes werden neue Hochwasserschutzobjekte eingebaut. Dies, weil an der Nordseite mit der Hangneigung Richtung Wohnhäuser Hochwassergefahr besteht.

Bei den Massnahmen handelt es sich um Stützmauern und um sogenannte automatische Klappschotte, wie Silke Seichter, Leiterin Baukommunikation der Migros Ostschweiz, auf Anfrage sagt. Das Hochwasser-Klappschott ist im Normalfall eingeklappt im Boden versenkt. Das Regenwasser fliesst über eine Einlaufrinne in die Betonwanne, in der das Klappschott eingebaut ist. Bei normalen Regenmengen kann das Wasser über den Auslauf abfliessen. Steigt die Wassermenge an und droht Hochwasser, füllt sich die Betonwanne. Der ansteigende Wasserpegel lässt einen Schwimmer nach oben steigen. Dieser stösst mit Hilfe von Gasdruckfedern das Klappschott nach oben. An den geöffneten Klappschotten soll das Wasser dann entlang fliessen. Strom benötigt es für den Ablauf keinen.

An der Nord- und Ostseite werden gemäss Seichter je eine Klappschotte eingebaut. «An der Nordseite wird zudem etwa die Hälfte der Grundstücklänge mit bis zu einem Meter hohen Stützmauern versehen, an der Ostseite etwa zwei Drittel des Gebäudes», sagt Seichter.

Massnahmen kosten rund eine Million Franken

Durch die neuen Massnahmen werde der Säntispark mit einer Hochwassergrenze geschützt. «Die Idee ist, dass das Wasser entlang der Nord- und Ostseite des Gebäudes aussen herumgeleitet wird», sagt Seichter. «An der Ostseite kann das Wasser dann in den Wiesenbach und von dort in die Sitter abfliessen.» Die Schutzmassnahmen kosten rund eine Million Franken und sind Teil der Auflage des Baugesuchs für den Umbau und die Erweiterung des Säntisparks im Jahr 2016. Eine Frist für die Arbeiten gab es gemäss Seichter nicht. Jedoch wollte man sie jetzt noch erledigen, aus planerischen Gründen. Die Arbeiten dauern gemäss der Mediensprecherin voraussichtlich noch bis Ende Jahr. «Die Bauarbeiten sollen vor dem Winter abgeschlossen werden, bevor die Temperaturen sinken», sagt sie.

Dass während oder nach einer Umbauphase neue Schutzmassnahmen ergriffen werden, ist gemäss Markus Lutz, Leiter Hochbau der Gemeinde Gaiserwald, nicht unüblich. «Dass beim Säntispark Hochwassergefahr besteht, ist nichts Neues. Das ist im Gefahrenkataster der Gemeinde ersichtlich», sagt Lutz. Weil beim Säntispark in der vergangenen Zeit aber einiges gebaut wurde und auch kostenintensive Investitionen, wie der Rutschenturm, dazugekommen sind, habe man die Situation neu beurteilt.