ABTWIL: Den Flickenteppich sanieren

Die Hauptstrasse durch das Dorf ist möglicherweise bald nur noch einspurig befahrbar. Sie soll für 1,4 Millionen Franken saniert werden. Das letzte Wort haben die Bürger.

Noemi Heule
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Kleinere und grössere Schäden an der Hauptstrasse durch Abtwil sollen bald Geschichte sein. (Bild: Urs Bucher)

Kleinere und grössere Schäden an der Hauptstrasse durch Abtwil sollen bald Geschichte sein. (Bild: Urs Bucher)

Noemi Heule

noemi.heule

@tagblatt.ch

Die Hauptstrasse durch Abtwil gleicht einem Flickenteppich. Risse klaffen an der Oberfläche, einige wurden bereits mit schwarzer Gussmasse gefüllt oder grössere Flächen mit Asphalt notdürftig ausgebessert. Nun soll eine Rundumerneuerung her. «Die Zeit der ‹Pflästerlipolitik› ist vorbei», sagt Gemeindepräsident Boris Tschirky. Nun müsse dem Problem auf den Grund gegangen werden. Dieses liegt im Deckbelag. Er soll vollständig erneuert werden.

Für 1,4 Millionen Franken plant die Gemeinde eine Gesamtsanierung der Hauptstrasse mitten durch das Dorfzentrum, von der Allee- bis zur Rossweidstrasse. Die Bauarbeiten auf dem 600?Meter langen Teilstück sollen in zwei Etappen vonstatten gehen. Die erste Etappe ist im kommenden Sommer geplant; die zweite ein Jahr darauf. Die Strasse soll dabei, wenn immer möglich, einspurig befahrbar sein, wie es in einer Mitteilung der Gemeinde heisst. «Die Strasse ganz zu sperren, versuchen wir zu vermeiden», sagt Thomas Meyer, Leiter des Bauamtes Gaiserwald. Nur für den Einbau des Deckbelags sei es wahrscheinlich, dass die Strasse zwei bis drei Tage nicht befahrbar sei.

Keine Vortrittsfallen im Zentrum

Die Gemeinde nutzt die Gunst der Stunde, um weitere Modernisierungen vorzunehmen: Die Trottoirs bei den Seitenstrassen sollen durchgezogen werden, um die Vortrittsverhältnisse klar zu regeln. Auch die Rechtsvortritte werden besser markiert. «Wir hatten immer wieder Reklamationen», sagt Meyer. Die Rechtsvortritte im Zentrum waren schwierig zu erkennen; Fahrlehrer kurvten deshalb gerne durch das Dorf, um ihre Schüler in die Vortrittsfalle zu locken.

Zusätzlich sollen Farbbänder die Strasse optisch verengen. «Sie sollen die Fahrer dazu animieren, langsamer zu fahren», sagt Meyer. In Engelburg habe man mit diesen Farbbändern bereits gute Erfahrungen gesammelt.

Auch die Strassenbeleuchtung wird ersetzt: Auf dem Abschnitt sollen künftig Kandelaber mit LED-Lampen strahlen, diese seien «zeitgemäss und energiesparend», so Meyer. Die drei Bushaltestellen auf der Teilstrecke werden ebenfalls modernisiert und mit behindertengerechten Haltekanten aufgerüstet.

Bürger mit Gutachten überzeugen

Bereits vor rund sechs Jahren setzte die Gemeinde Gaiserwald auf einem Teilgebiet der Strecke einen neuen Mikrobelag ein, um die Sanierung hinauszuzögern. Dieser hielt laut Meyer länger als die erwarteten fünf Jahre. Nun aber nehmen die Schäden Überhand.

Das letzte Wort über den Plan des Gemeinderates haben die Stimmbürger von Gaiserwald an der Versammlung vom 27. März. Gemeindepräsident Boris Tschirky ist «guten Mutes», dass die Bürger den Kredit in der Höhe von 1,4 Millionen Franken sprechen. «Die entsprechende Kommunikation ist wichtig», sagt er. Mit einem sachlich-informativen Gutachten wolle er die Bürger von der Notwendigkeit der Sanierung überzeugen.