ABSTIMMUNG: Wittenbach erhält neues Zentrum

Die Stimmbürger haben gestern deutlich Ja gesagt zum Entwicklungsprojekt im Zentrum. Der Gemeindepräsident spricht von einem «Meilenstein». Dabei hatte er Respekt vor dem Abstimmungsresultat.

Corinne Allenspach
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Nach dem gestrigen Ja zum Entwicklungsprojekt im Zentrum sollen bereits Anfang 2018 die Baugesuche für die neuen Wohnungen und den Migros-Neubau aufgelegt werden. (Bild: Urs Bucher)

Nach dem gestrigen Ja zum Entwicklungsprojekt im Zentrum sollen bereits Anfang 2018 die Baugesuche für die neuen Wohnungen und den Migros-Neubau aufgelegt werden. (Bild: Urs Bucher)

Corinne Allenspach

corinne.allenspach@tagblatt.ch

Seit gestern ist es definitiv: Wittenbach wird in den nächsten Jahren ein völlig neues Gesicht erhalten. Auf dem Areal Oedenhof entstehen eine neue Migros, ein neues Wohnquartier sowie eine Begegnungszone. Künftig wird zudem ein achtstöckiges Hochhaus das Zentrum unverkennbar markieren. Am Wochenende stimmten die Wittenbacher einem Kredit von rund 5,2 Millionen Franken für die Infrastrukturmassnahmen klar zu. 1876 Stimmbürger (oder 69 Prozent) sagten Ja, 836 Personen lehnten die Vorlage ab. Die Stimmbeteiligung betrug 45,6 Prozent. Gemeindepräsident Fredi Widmer zeigte sich gestern kurz nach Auszählen der Stimmzettel zufrieden. «Ich bin froh, dass diese wichtige Vorlage eine solch gute Mehrheit gefunden hat», sagt er. Das Ja sei nicht nur für die Entwicklung des Zentrums ein Meilenstein. Es sei auch wichtig, dass die Wittenbacher ihre Grundbedürfnisse beim Einkaufen weiterhin in der Gemeinde stillen können. «Wir bekommen wieder eine Migros, die dem grossen Teil der Bevölkerung gefallen wird», sagt Widmer.

Getrickst wird im Fussball

Nachdem CVP, FDP, SVP und der Gewerbeverein im Vorfeld ein Ja zur Vorlage empfohlen hatten, war eigentlich mit einer Annahme zu rechnen. Der Gemeindepräsident hatte dennoch Respekt vor dem Resultat. Dies, nachdem einzelne Leserbriefschreiber im «Tagblatt» Kritik am Vorgehen des Gemeinderats geäussert hatten. «Ich bedaure sehr, dass ein kleiner Teil der Bürger den Behörden vorwarf, sie tricksen», sagt Fredi Widmer. Eine solche Aussage könne «verheerend sein» für eine Vorlage. Bevor man so etwas in die Welt setze, müsse man sich bewusst sein, was «Tricksen» bei Behörden heisse, gibt Widmer zu bedenken. Anders als beim Fussball, wo der Begriff durchaus positiv besetzt sein kann, suggeriert er in Bezug auf Behörden, dass diese schummeln. Dabei habe man von Anfang an offen und transparent kommuniziert, betonte Widmer vor der Abstimmung mehrmals. Ein Vorgehen, das die Stimmbürger honorierten, wie das gestrige Resultat zeigt.

Kanton soll Pläne bis Ende Jahr genehmigen

Nach dem deutlichen Ja zu den Infrastrukturmassnahmen geht es jetzt in grossen Schritten weiter. In Kürze wird der Gemeinderat Teilzonen-, Gestaltungs- und Strassenpläne – letztere liegen derzeit noch öffentlich auf – beim Kanton einreichen. Mit dessen Genehmigung sei bis Ende Jahr zu rechnen. Die Baugesuche für die neuen Wohnungen und die neue Migros sollen Anfang 2018 öffentlich aufliegen.