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ABSTIMMUNG: Stolperstein im Park zur Seite geräumt

Wo soll das Provisorium fürs Theater St. Gallen während dessen Sanierung stehen? Die Frage hing wie ein Damoklesschwert über der kantonalen Abstimmung vom 4. März für den Sanierungskredit. Naturschutz, Kanton und Stadt haben sich jetzt darüber geeinigt.
Reto Voneschen
Während der Sanierung des Theaters St. Gallen soll in einem ans Historische- und Völkerkundemuseum (Bild) angelehntem Provisorium der Spielbetrieb aufrechterhalten werden. (Bild: Hanspeter Schiess (25. Juli 2013))

Während der Sanierung des Theaters St. Gallen soll in einem ans Historische- und Völkerkundemuseum (Bild) angelehntem Provisorium der Spielbetrieb aufrechterhalten werden. (Bild: Hanspeter Schiess (25. Juli 2013))

Reto Voneschen

reto.voneschen@tagblatt.ch

Robert Schmid, langjähriger Präsident des Naturschutzvereins Stadt St. Gallen und Umgebung (NVS) war gestern Nachmittag in guter Stimmung. Das Gespräch mit Kanton und Stadt über den Standort des Theaterprovisoriums während dessen Sanierung sei «intensiv, aber angenehm und konstruktiv» gewesen, zog er auf Anfrage eine positive Bilanz. Man sei sich einig geworden: Der Naturschutzverein akzeptiert das Provisorium zwischen dem Kunst- sowie dem Historischen und Völkerkundemuseum. Im Gegenzug erfüllen Kanton und Stadt zwei Bedingungen des NVS.

Mit der Einigung vom Mittwoch haben Kanton und Stadt einen möglichen Stolperstein für die Vorlage über den Sanierungskredit fürs Theater aus dem Weg geräumt. Wäre im Abstimmungskampf vor dem 4. März in der Stadt gegen die Vorlage mit «grünen» Argumenten geworben worden, wäre der Ausgang des Urnengangs noch unsicherer geworden, als er sowieso schon ist: Es ist nämlich angesichts lautstarker SVP-Opposition absehbar, dass es für die Vorlage «auf dem Land» knapp werden könnte. Für den Fall ist sie für ein Gesamt-Ja, auf eine möglichst grosse Zustimmung in Stadt und Region St. Gallen angewiesen. Allenfalls wäre es sogar denkbar, mit vielen städtischen Ja-Stimmen ein knappes Nein in ländlichen Gebieten aufzuwiegen.

Aufwerten und weitere Zweckentfremdung verhindern

Einerseits gehört zum Standortkompromiss zwischen dem Naturschutz und den Behörden, dass nach Abbruch des Theaterprovisoriums dessen Standplatz zwischen den Museen aufgewertet wird. «Aber richtig mit Baumgruppen und Bänken, nicht einfach mit ein paar Blumentöpfen und Beetchen», so dass die Besucher des Parkes wie die Stadtnatur etwas davon hätten, wie Schmid dezidiert sagt. Und zweitens will der Naturschutzverein eine Garantie des Stadtrats in irgendeiner Form, dass der Platz zwischen den Museen künftig nicht mehr zweckentfremdet wird. Dass der Park auf Betreiben des NVS der «Grünzone S» (S für besonderen Schutz) zugeteilt worden sei, reiche nämlich offensichtlich noch nicht aus, um eine Zweckentfremdung zu verhindern, stellt Robert Schmid fest.

Nach dem gestrigen Gespräch mit Kantonsbaumeister Werner Binotto sowie dem städtischen Bausekretär Matthias Fuchs und Christoph Büchler vom städtischen Gartenbauamt sei man auf einem guten Weg, sagte der NVS-Präsident. Zum einen sei signalisiert worden, dass für eine Aufwertung auch beim Kanton Finanzen vorhanden seien. Zum anderen gebe es bei der Stadt bereits Ideen für eine Umgestaltung des Platzes. Damit sie an die Vorstellungen des Naturschutzvereins herankämen, müsse man daran noch arbeiten, eine erste Grundlage sei damit aber sicher gelegt.

Für den Stadtpark engagiere sich der Naturschutzverein seit Jahrzehnten, erklärt Robert Schmid das aktuelle Engagement. Nachdem er früher mehrfach in seiner Ausdehnung reduziert worden sei, müsse der noch vorhandene Grünraum jetzt als Ganzes für die Menschen und die Stadtnatur erhalten bleiben. Es gehe dem NVS um den Schutz des Gesamtbildes – samt den beiden Museen und dem Gebäude des Theaters St. Gallen am Westende. Den Tendenzen, den Park für irgendwelche anderen Nutzungen anknabbern zu wollen, müsse man endgültig einen Riegel schieben. Dabei habe man schon viel erreicht – unter anderem durch das Nein des Volkes zu einem Erweiterungsprojekt fürs Kunstmuseum auf dem Platz, auf den jetzt das Theaterprovisorium zu stehen kommt.

Aufwertung und Schutz: Vertiefte Abklärungen nötig

Befriedigt vom Resultat des gestrigen Gesprächs mit dem Naturschutz zeigten sich auch die Vertreter der Behörden. Das Gespräch sei tatsächlich «lang, intensiv und ja, offen und konstruktiv» gewesen. Das habe er auch so erlebt, sagte Kantonsbaumeister Binotto. Und ja, in den Kosten des Provisoriums seien Mittel für die Wiederherstellung des Standortes eingesetzt. Damit liessen sich zwar «keine Luftsprünge machen», aber das Geld könne auch für eine neue Gestaltung eingesetzt werden, bestätigt Werner Binotto.

Es bestehe die Chance, den Platz zwischen den Museen nach dem Abbau des Theaterprovisoriums grünräumlich aufzuwerten, ergänzte der städtische Bausekretär Matthias Fuchs: «Und die Stadt will diese Chance unbedingt ergreifen!» Auch das zweite Anliegen des Naturschutzes, die rechtliche Absicherung, dass der Platz zwischen den Museen nicht erneut für andere Zwecke genutzt werden kann, will die Stadt aufnehmen. Der Stadtpark gehöre bereits in die «Grünzone S». Das heisse, dass es bereits fürs Theaterprovisorium eine Ausnahmebewilligung brauchen werde. Die Stadt müsse klären, wie man danach den zusätzlichen Schutz rechtlich fassen könne, um dem Anliegen des NVS Rechnung zu tragen. Ideen dafür seien vorhanden. Es brauche jetzt aber vertiefte Abklärungen, sagte Matthias Fuchs.

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