Abstimmen über den Beizenkauf

Der «Ochsen» ist für den Gemeinderat die letzte gutbürgerliche Beiz in Häggenschwil. Um seinen Fortbestand zu sichern, soll die Gemeinde das Lömmenschwiler Gasthaus kaufen. Das letzte Wort haben aber die Bürger.

Johannes Wey
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Der Gemeinderat möchte den «Ochsen» in Lömmenschwil kaufen. Ob der Pächter dann bleiben könnte, ist noch offen. (Bild: Ralph Ribi)

Der Gemeinderat möchte den «Ochsen» in Lömmenschwil kaufen. Ob der Pächter dann bleiben könnte, ist noch offen. (Bild: Ralph Ribi)

HÄGGENSCHWIL. Der Häggenschwiler Gemeinderat ist nach wie vor entschlossen, die Wirtschaft zum Ochsen in Lömmenschwil zu kaufen (siehe Kasten). Die Absicht dazu hat Gemeindepräsident Hans-Peter Eisenring gestern an einer Medienorientierung bekräftigt. Die Verhandlungen mit dem Eigentümer Lukas Angehrn sind abgeschlossen, der Verkaufspreis würde 750 000 Franken betragen. Obwohl der Betrag in der Finanzkompetenz des Gemeinderats liegen würde, entscheidet die Bürgerversammlung am 23. März darüber. «Wir wollen den Beschluss breit abstützen», sagte Eisenring. Angesichts der Rückmeldungen an einer Infoveranstaltung im Herbst sei er aber zuversichtlich, dass die Bürger zustimmen werden.

Dieses Vorgehen bedeutet auch, dass der Verkauf verzögert wird. «Natürlich wäre es dem Eigentümer lieber gewesen, wenn der Verkauf schneller über die Bühne gegangen wäre.» Dem Gemeinderat seinerseits wäre es lieber, es fände gar kein Verkauf statt. «Ein Restaurant ist natürlich nicht das Geschäft, das wir uns gesucht haben», sagte Eisenring. Aber auch: «Ein Dorf ohne Restaurant ist für mich nicht vorstellbar.» Denn bald schliesst die «Traube», und die «Neue Blumenau» oder der «Ruggisberg» sind Lokale, die man vielleicht für ein schönes Essen, aber nicht unbedingt für ein Feierabendbier besuchen würde.

Nur Unterhalt erwirtschaften

Im Restaurant sähe Eisenring nach einem Kauf kein Renditeobjekt. «Darum geht es bei unserem Plan auch nicht», sagte er. Ein Restaurant gehöre in einer Gemeinde wie Häggenschwil einfach zur Infrastruktur. Viel Geld verlieren könne die Gemeinde angesichts der Investitionshöhe, der gegenwärtigen Zinsen und des Zustands des Restaurants aber ebenfalls nicht, sagte Eisenring. Das Ziel müsse sein, über den Pachtzins den Unterhalt der Liegenschaft erwirtschaften zu können. Eisenring zeigte sich überzeugt, dass das denkmalgeschützte Haus mit seiner Lage und den zahlreichen Parkplätzen Potenzial habe. Und im schlimmsten Fall könne man die Liegenschaft immer noch zu einem Wohnhaus umnutzen.

Wirt möchte gerne bleiben

Wie es im «Ochsen» nach einem Kauf durch die Gemeinde weitergehen würde, ist noch unklar. Der Gemeinderat will sich noch nicht festlegen, ob der aktuelle Pächter Pascal Fässler bleiben könnte. Fässler hatte bereits im Herbst seinem Wunsch Ausdruck verliehen, weiterhin im «Ochsen» zu wirten.

Weil die Frage um den künftigen Pächter noch offen ist, fand die gestrige Medienorientierung auch im Gemeindehaus und nicht in der Wirtschaft selber statt.

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