Abstieg ohne Nebenwirkungen

SCHIESSEN. Die Sportschützen Gossau verpassten in Stans mit dem Luftgewehr den Ligaerhalt. In der Auf-/Abstiegsrunde unterlag der A-Club dem Kantonsrivalen Altstätten-Heerbrugg. Der Gossauer Schützennachwuchs soll weiter gefördert werden.

Urs Huwyler
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Für Gossau im Einsatz während der Auf-/Abstiegsrunde: Sammy Baumann, Nathalie Gsell, Joel Brüschweiler und Sybille Pfiffner (von links). (Bild: Urs Huwyler)

Für Gossau im Einsatz während der Auf-/Abstiegsrunde: Sammy Baumann, Nathalie Gsell, Joel Brüschweiler und Sybille Pfiffner (von links). (Bild: Urs Huwyler)

Sieben Partien, sieben Niederlagen, Tabellenletzter, Verbannung in die Auf-/Abstiegsrunde: Dass sich die Sportschützen Gossau im entscheidenden Match um den Verbleib in der NLA von Altstätten-Heerbrugg geschlagen geben mussten, überrascht wohl kaum jemanden. Die Entscheidung fiel allerdings äusserst knapp aus. In einem dramatischen Duell wechselte die Führung mehrmals. 3,4 Punkte Rückstand bei total 80 Schüssen kam einer ehrenvollen Niederlage gleich. Trotzdem: Die Fürstenländer trafen während der Luftgewehr-Meisterschaft 2010/11 zu selten ins Schwarze, um sich weiterhin im nationalen Spitzenfeld behaupten zu können.

«Es braucht einen Neuaufbau»

Vor zwei Jahren überstanden die Gossauer die Abstiegsrunde mit einem Sieg gegen Zürich. 2008 qualifizierten sie sich für den kleinen Final und sicherten sich den vierten Rang. Aus dem damaligen Team gehörten in Stans nur noch vier von acht Schützen der Mannschaft an. «Nach verschiedenen Rücktritten braucht es einen Neuaufbau. Dafür braucht es Zeit und Geduld», sind sich die Gossauer einig. Speziell Oriana Scheuss, die Mitte April das Schweizer Weltcup-Team in Korea als Trainerin und Delegationsleiterin begleitet, sorgte jahrelang für Spitzenresultate.

Viel Goodwill

Die B-Ligisten ihrerseits erzielten in Stans viel Goodwill, weil sie nebst den Routiniers Marcel Bürge (100,6), Andrea Bürge-Brühlmann (102,7), «Jungmutter» Sybille Strässle (99,5) und Alex Eberli (100,4) auch die erst 16jährige Nathalie Gsell (95,5) oder den drei Jahre älteren Sammy Baumann (97,9) einsetzten. Beide erzielten einen höheren Wert als die Nummer acht bei Altstätten. Joel Brüschweiler (101,0) und Myriam Brühwiler (97,4) schossen ebenfalls auf dem Niveau der Rheintaler. Der zweite Rang in der NLB-Gruppe Ost und die damit verbundene Qualifikation für die Aufstiegsrunde werden 2011/12 das Ziel sein.

Ligaerhalt über 50 Meter

In andern Sportarten ist ein Abstieg von der höchsten Liga meist mit einer Neustrukturierung verbunden. Bei den Schützen sieht alles anders aus, weil es zu keinen Direktbegegnungen kommt. Gossau schiesst das Pensum im eigenen Stand im Luftschutzkeller neben der Sporthalle Buechenwald, der Gegner tritt ebenfalls zu Hause an. Wer das höhere Total aufweist, erhält zwei Punkte. «Sportlich bleibt alles wie immer. Wir schiessen einfach gegen andere Vereine. Das Programm bleibt sich gleich, die Anzahl Schützen auch», erklärt Hanspeter Rohner.

Der Unterschied besteht vor allem beim Stellenwert. A-Club tönt einfach besser als B-Ligist. Doch welche Konsequenzen ziehen die Absteiger sportlich aus dem Misserfolg? «Die Nachwuchsförderung wird im Hinblick auf die Freiluftsaison weiter intensiviert. Wir müssen versuchen, zumindest auf der 50-m-Distanz in der NLA zu bleiben», heisst es in der Chefetage. Denn der jetzige Abstieg mit dem olympischen Luftgewehr (10 m) und dem ebenfalls olympischen Kleinkalibergewehr (50 m) wäre dann wohl doch zu viel.

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