Abschluss öffnet Spielraum

Die Katholische Kirchgemeinde hat 2009 einen Vorschlag von 1,6 Millionen erzielt. Dieser soll für Verbesserungen genutzt werden, beschloss das Kirchgemeindeparlament am Mittwochabend.

Josef Osterwalder
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Das Pfarreiheim Bruggen erhält im westlichen Teil des Erdgeschosses eine Bürozone, was es zu einem «Dienstleistungszentrum» macht. (Bild: Urs Bucher)

Das Pfarreiheim Bruggen erhält im westlichen Teil des Erdgeschosses eine Bürozone, was es zu einem «Dienstleistungszentrum» macht. (Bild: Urs Bucher)

Weniger aufgewendet als budgetiert, mehr eingenommen als erhofft: Der Ertrag der Jahresrechnung hat bei der Katholischen Kirchgemeinde St. Gallen mit 22,6 Millionen den Aufwand um 1,6 Millionen übertroffen.

Dank Finanzausgleich

Norbert Ackermann, der für die Finanzen zuständige Kirchenverwaltungsrat, verwies darauf, dass 0,7 Millionen aus dem Finanzausgleich stammen.

Dieser speist sich aus dem kirchlichen Anteil an den Steuern juristischer Personen, eine Einnahmenquelle, ohne die die Kirchgemeinden oder der Konfessionsteil viele Dienste nicht anbieten könnten.

Der Rechnungsvorschlag wird hälftig dem Eigenkapital zugewiesen. Damit können Schwankungen bei den Einnahmen abgefedert werden.

Die andere Hälfte wird für gezielte Reserven (für Unterhalt der Finanzliegenschaften und innovative Seelsorgeprojekte) und für zusätzliche Abschreibungen verwendet. Die Rechnung 2009 unterliegt dem fakultativen Referendum.

Fünf Jahre, vier Sanierungen

Die Kirchgemeinde sucht den Spielraum zu nutzen, den ihr positive Rechnungsabschlüsse bringen; zum einen durch einen kontinuierlichen baulichen Unterhalt der Liegenschaften, zum andern durch den Ausbau der Kommunikation und die Anpassung der Strukturen.

Baulich hat sich die Kirchgemeinde in den letzten fünf Jahren stark engagiert. Nacheinander wurden das Pfarreiheim «Oase» in St. Georgen gebaut und mehr oder weniger aufwendige Sanierungen an den folgenden Kirchen vorgenommen: Neudorf, St. Otmar, Winkeln und Rotmonten. Vom Aufwand dieser Sanierungen bleiben noch 7,2 Millionen abzutragen.

Investitionen in Bruggen

Neu stehen zwei Umbauten in Bruggen an. Das leerstehende Pfarrhaus an der Zürcher Strasse soll mit 200 000 Franken in vier Wohnungen zurückverwandelt werden. Die Pfarreibüros werden im Erdgeschoss des Pfarreiheims zusammengeführt. Dort wird aus einem bestehenden Büro und zwei Vereinsräumen eine Bürozone gestaltet, was die fruchtbare Teamarbeit erleichtern soll.

Auf ein anderes Projekt mit baulichen Konsequenzen wies Guido Corazza, der Präsident des Kirchenverwaltungsrates, hin: die engere Zusammenarbeit mit der Spitex Ost. Diese hat ihren Stützpunkt unter dem gleichen Dach wie die Räumlichkeiten des Pfarreiheims St. Fiden. Als Sofortmassnahme überlässt man der Spitex nun die Pfarreistube. Später sollen die Raumprobleme mit einem Bauprojekt gelöst werden.

Erfreut ist die Kirchgemeinde über die Vereinbarung mit der Stadt, die das südliche Steildach der Kirche Halden für eine Photovoltaikanlage nutzen wird. Bereits taucht ein neuer Name auf: «Green Church».

Was die Strukturen betrifft, soll die Gemeindeordnung angepasst und ein Systemwechsel bei den Wahlen ins Kirchgemeindeparlament angestrebt werden. Zudem wird der Internetauftritt erneuert.

Neues Präsidium

Neu wurde auch das Präsidium bestellt. Sigmund Schmuckli präsidiert das Parlament für ein Jahr, Vizepräsidentin wurde Idda Egli, Stimmenzähler wurden Fredy Klester und Stephan Rüegg.