ABSCHIED: Sie sagen der Schule Adieu

Vier langjährige Lehrpersonen der Schule Goldach gehen in Pension. Helene Schönenberger, Joe Gämperle, Vreny Gubser und Elisabeth Erni haben Spuren hinterlassen.

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Helene Schönenberger, Förderlehrperson; Joe Gämperle, Oberstufenlehrer; Vreni Gubser, Fächergruppenlehrperson Primarstufe; und Lisbeth Erni, Fächergruppenlehrperson Oberstufe (v. l.). (Bild: ZVG)

Helene Schönenberger, Förderlehrperson; Joe Gämperle, Oberstufenlehrer; Vreni Gubser, Fächergruppenlehrperson Primarstufe; und Lisbeth Erni, Fächergruppenlehrperson Oberstufe (v. l.). (Bild: ZVG)

Zusammengerechnet kommen sie auf 108 Dienstjahre. Helene Schönenberger, Joe Gämperle, Vreny Gubser und Elisabeth Erni haben Hunderte Schülerinnen und Schüler in Goldach unterrichtet. Nun gehen die vier Lehrpersonen in den Ruhestand. Zuvor wurden sie aber im Kreis ihrer Kollegen verabschiedet – und in einem Schreiben der Bildungskommission gewürdigt.

Ein erstes Mal in Kontakt mit der Schule Goldach kam Helene Schönenberger im Jahr 1974, als sie ihre erste Anstellung als Primarlehrerin antrat. Diese versah sie während fünf Jahren, um sich anschliessend ihrer jungen Familie zu widmen. Ihre berufliche Leidenschaft galt schon früh der individuellen Förderung von Kindern. Diese führte sie 1996 zurück in die Schule Goldach, als Deutschlehrerin für fremdsprachige Kinder. 2002 übernahm Helene Schönenberger zusammen mit einer Job-Share-Kollegin die Klassenverantwortung für eine Kleinklasse Unterstufe im Bachfeld-Schulhaus. Aus der Kleinklasse wurde 2010 ein Förderzentrum, Teamteachinglektionen und weitere Förderstunden kamen dazu, was von Helene Schönenberger eine grosse Flexibilität in der Pensengestaltung abverlangte. «Mit Helene Schönenberger verlässt eine engagierte und flexible, dem Wohl ihrer Schülerinnen und Schüler verpflichtete Förderlehrerin die Schule Goldach», schreibt die Bildungskommission.

Ein Geschichtenerzähler und eine stille Schafferin

Joe Gämperle trat nach seinem abgeschlossenen Studium an der Pädagogischen Hochschule St. Gallen 1983 als Oberstufen-Lehrperson in die Schule Goldach ein. Während 34 Jahren prägte er als «charismatisches Mitglied des Teams» die Entwicklung seiner Schule wesentlich mit. Im Laufe der Jahre übte er verschiedene Zusatzfunktionen aus, von Co-Schulleiter über Projektgestalter bis zum Praktikumsleiter für PH-Studenten. «Joe Gämperle zeichnete sich über all die Jahre als engagierter Lehrer aus, konsequent in der Einforderung von Leistung und Haltung, empathisch im Umgang mit seinen Schülerinnen und Schülern. Diese wusste er mit seinem breiten Allgemeinwissen und einem grossen Fundus an Geschichten aus dem Alltag zu begeistern», schreibt die Bildungskommission. An jener Schule, an der Gämperle seine ersten Lehrerfahrungen machte, beendet er nun seine berufliche Karriere mit zwei lachenden Augen, wie er bei seiner Verabschiedung lächelnd sagte. Vreny Gubser hingegen gehört zu denjenigen Lehrpersonen, die als stille Schaffende bezeichnet werden. «Sie agierte leise und unauffällig.» Ohne grosses Aufheben trug sie beispielsweise Jahr für Jahr bei zu einer Weihnachtsdekoration des Schulhauses Bachfeld. Generationen von Schülerinnen und Schülern bleibt das liebevoll geschmückte Schulhaus in bester Erinnerung. Vreni Gubser trat am 19. August 1974 als frisch ausgebildete Handarbeitslehrerin in die Schule Goldach ein. Als ausserkantonal patentierte Lehrperson musste damals für eine Anstellung im Kanton St. Gallen eine Wahlfähigkeitsbestätigung eingeholt werden, die dann rechtzeitig vor Stellenantritt auch eintraf. «Während 43 Jahren war Vreny Gubser eine äusserst zuverlässige, loyale und geschätzte Mitarbeiterin im Team der Schule Goldach», schreibt die Bildungskommission weiter.

Das Kochen als Passion

Lisbeth Erni trat am 1. Februar 2003 in das Fächergruppen-Team der Oberstufe ein. «Ihre hohe Leistungsbereitschaft prägte während gut 14 Jahren nicht nur ihren Unterricht in der Schulküche und im Unterrichtszimmer. Ihr Engagement galt den Schülern auch ausserhalb des Regelunterrichts.» So verpflegte Lisbeth Erni viele Klassenlager und beteiligte sich mit kulinarischen Angeboten an Schulanlässen. Ihre Passion werde sie auch im neuen Lebensabschnitt weiter begleiten. Langeweile komme sicher nicht auf, sie wolle auch weiterhin Gruppen bekochen – jedoch in einem anderen Umfeld, meinte sie anlässlich ihrer Verabschiedung lächelnd. (ag/lim)